Grazer Internist soll Patientinnen missbraucht haben

Ein Grazer Internist soll Patientinnen jahrelang in seiner Privatordination sexuell missbraucht und heimlich nackt gefilmt haben. Der Mediziner soll die Frauen teilweise sogar sediert, sich auf einem Gynäkologenstuhl sexuell an ihnen vergangen und dies aufgenommen haben. Zahlreiche Fotos und Videos wurden offenbar auf einem Handy sichergestellt, wie die “Kronen Zeitung” am Sonntag berichtete. Die Polizei Steiermark bestätigte der APA auf Nachfrage entsprechende Ermittlungen.
Wie ein Sprecher der Polizei gegenüber der APA bekannt gab, brachte ein Rechtshilfeersuchen aus dem Ausland den Fall ins Rollen. Die Ermittlungen laufen laut Polizei schon “seit längerem”. Näheres wollte man am Sonntag zu dem Fall vorerst nicht bekannt geben.
Patientin bemerkte Handy
Laut Kronen-Zeitung soll einer Klientin des Mediziners das Handy aufgefallen sein, dessen Linse genau auf den intimen Untersuchungsbereich ausgerichtet war. Unter einem Vorwand soll der Arzt die meist jungen Patientinnen dazu gebracht haben, sich auszuziehen. Die Behandlung hätte er laut Bericht dann in einem Gynäkologenstuhl statt auf einer Liege vorgenommen, wobei diese Untersuchungen von der Notwendigkeit her ebenso hinterfragbar wären. Die Frauen sollen außerhalb der regulären Ordinationszeiten behandelt worden sein, als keine Sprechstundenhilfe mehr zugegen war.
Viele der Fotos und Videos sollen noch gar nicht zugeordnet worden sein können. Die Aufnahmen würden bis in das Jahr 2012 zurückreichen. Derzeit seien acht Opfer bekannt. Der Verdächtige darf seinen Beruf laut “Krone” mittlerweile nicht mehr ausüben. Er verteidigte sich bei seiner Einvernahme damit, dass sein Handeln medizinisch indiziert und die Filmaufnahmen abgesprochen gewesen seien.