Greenpeace will Asbest-Prüfungen bei Schulen im Burgenland
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Mittwoch eine Überprüfung von möglichen Asbestfunden vor Schulen und Kindergärten im Burgenland gefordert. Aus der Bevölkerung seien Meldungen zu 22 Schulstandorten eingegangen, betroffen seien in zwei Fällen auch die Steiermark und in einem Fall Niederösterreich, erläuterte Greenpeace-Sprecher Stefan Stadler in einer Aussendung. Die zuständigen Bildungsbehörden seien informiert.
Die möglichen Asbestfunde bei den Schulen betreffen unter anderem Schotterflächen, Straßenbankette, Begrenzungssteine, Asphaltoberflächen, Dekosteine und Steinmauern. Greenpeace sieht nun das Bildungsministerium und die jeweiligen Landesschulbehörden gefordert. Die Funde sollten schnellstmöglich überprüft und gesichert werden, meinte Stadler. Auch in den Innenräumen müsse getestet und alles gereinigt werden, um die Belastung für die Kinder und Jugendlichen zu minimieren.
Seit Anfang Juli sammelt Greenpeace online Meldungen über Asbestfunde aus der Bevölkerung. Insgesamt seien bisher 189 Flächen gemeldet worden, davon 94 im Burgenland, 54 in Wien, 27 in Niederösterreich und 14 in der Steiermark. Weitere 342 Meldungen sind aus Ungarn eingegangen.
Bildungsdirektion informiert Schulerhalter
Vom Land Burgenland und der Bildungsdirektion hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme, dass jede Meldung zu einer möglichen Asbestbelastung ernst genommen werde. Sicherheit und Gesundheit hätten “höchste Priorität, allen voran, wenn es um Kinder und Jugendliche geht”. Die Bildungsdirektion werde die Schulerhalter über die Meldungen informieren. Für fachliche Auskünfte stehe ihnen die Taskforce “Vorsorgeabklärung Luftqualität” zur Verfügung.
Ein Nachweis von Asbest in einem Material bedeute nicht automatisch eine Gesundheitsgefährdung, hielt Umweltmediziner und Taskforce-Leiter Hans-Peter Hutter fest: “Es geht ausschließlich um die Frage, ob vom Asbestmaterial einzelne, winzige Fasern freigesetzt werden, sodass diese auch eingeatmet werden und in tiefe Lungenabschnitte gelangen können.” Eine Gefährdung ergebe sich folglich erst bei starker mechanischer Beanspruchung und Freisetzung von Fasern in die Luft.