Großbrand nach russischem Drohnenangriff in Vorort von Kiew
Eine russische Drohne hat in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew einen Großbrand und Explosionen verursacht und zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen. Der Drohnenangriff habe sich am Freitagabend um kurz nach 20.00 Uhr (Ortszeit, 19.00 Uhr MESZ) in dem Dorf Myla im Bezirk Butscha ereignet, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit.
In der Folge sei ein Feuer ausgebrochen, “begleitet von Explosionen”, erklärte der Chef der regionalen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, im Onlinedienst Telegram. Deswegen seien bereits mehr als 200 Menschen in Sicherheit gebracht worden, darunter Kinder. Laut Tkatschenko gab es bei dem Vorfall mindestens sechs Verletzte.
Russland und die Ukraine haben in den vergangenen Monaten ihre gegenseitigen Angriffe mit Langstrecken-Geschossen ausgeweitet und nehmen dabei zunehmend zivile Infrastruktur wie Lagerhäuser und Öl- und Hafeninfrastrukrur ins Visier. Bei diesen Angriffen gibt es zunehmend zivile Opfer.
Ermittlungen wegen Explosionen
Nach dem Angriff in Myla leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts ein, dass auf dem Gelände illegal explosives Material gelagert worden sei. Auch werde geprüft, ob das Unternehmen alle “notwendigen Genehmigungen” gehabt habe.
Der ukrainische Regierungschef Serhij Korezky kritisierte, dass aus einem tödlichen Angriff im Juli in Wyschnewe nahe Kiew nicht die nötigen Lehren gezogen worden seien. Damals sei zutage getreten, dass ein Staatsunternehmen trotz der Nähe zu Wohngebäuden sich nicht an die Vorschriften für die Lagerung von explosivem Material gehalten hatte.
“Im fünften Jahr der Vollinvasion immer wieder dieselben Fehler zu machen, ist kriminelle Fahrlässigkeit”, erklärte Korezky auf Telegram. “Alle Verantwortlichen müssen ohne Ausnahme schwer bestraft werden, damit solche Situationen nicht mehr eintreten.”