Großbritannien stoppt Ausfuhr von Rembrandt-Gemälde

Die britische Regierung hat die Ausfuhr eines Rembrandt-Gemäldes im Wert von geschätzt 71,7 Millionen Pfund (rund 83 Millionen Euro) vorerst gestoppt. Das 1657 entstandene “Porträt der Catrina Hooghsaet” gilt in Großbritannien als nationales Kulturgut und soll nach Möglichkeit im Land und öffentlich zugänglich bleiben.
Die Ausfuhrgenehmigung werde zunächst bis mindestens zum 26. Dezember zurückgehalten, teilte die Regierung mit. Bis dahin soll ein britisches Museum oder ein anderer geeigneter Käufer Gelegenheit erhalten, das nötige Geld für den Erwerb des Gemäldes aufzubringen, um es “in Großbritannien und öffentlich zugänglich zu halten”.
Bisher teuerstes Kunstwerk, das mit Ausfuhrsperre belegt wurde
Das Rembrandt-Gemälde ist nach Regierungsangaben das bisher teuerste Kunstwerk, für das eine solche Ausfuhrsperre verhängt wurde. Es zeigt die Niederländerin Catrina Hooghsaet mit weißer Haube und weißem Kragen in einem dunklen Kleid. Die britische Regierung bezeichnete es als eines der “außergewöhnlichsten Spätwerke” Rembrandts.
Bereits 2015 war die Ausfuhr des Bildes vorübergehend gestoppt worden. Sein damaliger langjähriger Eigentümer hatte es über Sotheby’s für 35 Millionen Pfund an einen nicht genannten ausländischen Käufer veräußert. Versuche, das Geld für einen Verbleib im Land aufzubringen, scheiterten. Der Käufer beließ das Gemälde dennoch in Großbritannien.
Im vergangenen Jahr wurde das Werk erneut privat verkauft. Das Auktionshaus Christie’s bestätigte AFP am Freitag einen Verkaufspreis von 71 Millionen Pfund. Die britische Regierung machte keine Angaben dazu, in welches Land das Gemälde nun ausgeführt werden sollte.