Halbzeit bei Trassenplanung der APG in Kärnten und Osttirol

14.04.2026 • 12:07 Uhr
Halbzeit bei Trassenplanung der APG in Kärnten und Osttirol

Bei den Planungen der Austria Power Grid (APG) und Kärnten Netz GmbH zum Bau einer 192 Kilometer langen, neuen Trasse für einen Lückenschluss der 380-kV-Leitung mit mitgeführter 110-kV-Leitung von Lienz, Osttirol, bis Obersielach in Kärnten hat man inzwischen die Halbzeit erreicht. Mit 26 von 36 Gemeinden haben sich die Projektwerber auf eine Trasse geeinigt, bis zum Winterbeginn soll der gesamte Trassenverlauf stehen, hieß es bei einem Pressetermin am Dienstag in Klagenfurt.

Nun starten die Kartierungen und geologischen Untersuchungen, die Maststandorte und das Erschließungskonzept werden erarbeitet. In der Zukunft liegen noch Genehmigungsverfahren inklusive Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und die Bauphase. Die neuen Leitungen sollen spätestens im Jahr 2035 in Betrieb gehen. Seitens APG wird betont, dass man transparent und auf Augenhöhe mit Anrainern und Gemeinden zusammenarbeite, am meisten beschäftigen die Betroffenen gesundheitliche Risiken, Fragen von Eigentum und Entschädigungen und die genaue Trassenführung mit den Standorten der 60 bis 90 Meter hohen Masten.

APG schließt Gesundheitsgefährdung aus

Eine Gesundheitsgefährdung durch die neue Starkstromleitung bei Einhaltung der Grenzwerte sei “mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit” auszuschließen, wurde mehrfach betont. 60 Prozent der Planungstrasse verläuft im Wald, allerdings erzwängen Schutzgebiete, Topografie und Zersiedelung fallweise auch Leitungen in der Nähe von bewohntem Gebiet. Näher als 50 Meter an bewohnte Gebäude rücke die Leitung aber nicht heran, wurde betont. Dort blieben Belastungen durch elektromagnetische Felder unter einem Drittel der Grenzwerte.

Für die Grundablösen wird mit der Landwirtschaftskammer nun eine Rahmenvereinbarung ausgearbeitet. Grundlage für die Bemessung von Entschädigungszahlungen werden dann Verkehrswertgutachten. Wie hoch die Kosten für das Großprojekt ausfallen, war weiterhin unklar. Die Kosten für die 380-kV-Leitung, die die APG baut, werden jedenfalls auf die Netzentgelte in ganz Österreich umgelegt, die Kosten für die 110-kV-Leitung, die die Kelag-Tochter Kärnten Netz mitbaut, werden über die Kärntner Netzentgelte getragen werden.

140 Kilometer alte Leitungen werden abgebaut

Seitens der Kärnten Netz wurde betont, dass das bestehende Netz zum Großteil aus den 1950er- bis 1970er-Jahren stammt und jedenfalls erneuert werden müsste. Durch das gemeinsame Projekt mit der APG profitiere man von Synergien. 140 Kilometer an alten Leitungen im Drautal und zwischen Obersielach und Brückl können in der Folge abgebaut werden. In der Bevölkerung stoße das Projekt auch deshalb auf viel Akzeptanz, weil so alte Leitungen aus Siedlungsgebieten verlegt werden.