Handelsverband: EU-Paketzölle wirken

03.11.2026 • 15:35 Uhr
Handelsverband: EU-Paketzölle wirken

Ein seit Juli geltender Pauschalzoll der EU von drei Euro auf Drittstaat-Importe mit einem Wert unter 150 Euro zeigt Wirkung. Das sagt der Handelsverband (HV) am Dienstag auf Basis einer eigens in Auftrag gegebenen Umfrage. Gleiches gelte für die seit Anfang November geltende 2-Euro-Gebühr, mit dem asiatische Online-Händler wie Shein, Temu oder AliExpress ausgebremst werden sollen. Österreichs Paketabgabe sieht man beim HV aber weiterhin kritisch.

Österreichs Post habe dem Handelsverband zudem bestätigt, dass die Zahl der Pakete aus Asien im 3. Quartal heuer (also nach Einführung des EU-Pauschalzolls, aber vor der mit 1. Oktober geltenden nationalen Paketsteuer und der EU-Gebühr) um rund 30 Prozent eingebrochen sei. Dies decke sich auch mit den Angaben aus der Umfrage. Knapp die Hälfte der Befragten gab demnach an, seit Einführung des EU-Paketzolls weniger bei Temu, Shein oder AliExpress bestellt zu haben.

“Wenn Billig-Importe aus Drittstaaten nicht mehr kostenfrei in den europäischen Markt geliefert werden können, verändert das auch das Bestellverhalten. Mehr Kostenwahrheit hilft somit auch dem heimischen Handel”, sagt HV-Geschäftsführer Rainer Will in einer Aussendung.

Kritik an nationaler Paketsteuer

Keine Freude hat man beim Verband nach wie vor mit der seit 1. Oktober geltenden nationalen Paketsteuer. Diese habe ebenfalls zu einem Paketrückgang geführt, beruft sich der HV erneut auf die Post. Dies bedeute aber nicht, dass weniger bestellt werde, sondern dass mehrere Bestellungen in einem Paket gebündelt werden.

“Von einer paketsteuerbedingten Umsatzverschiebung in den stationären Handel kann hierzulande leider keine Rede sein, tendenziell ist eher das Gegenteil der Fall”, so Will. Kritiker der Paketsteuer hatten immer wieder bemängelt, dass diese anders als die EU-Abgaben auch heimische Händler träfe. “Nationale Alleingänge” seien “aufgrund der Umgehungsmöglichkeiten zum Scheitern verurteilt, da sie den heimischen Wirtschafts- und Digitalstandort enorm benachteiligen”, so der Handelsverband.

Temu wichtigste asiatische Plattform für heimische Shopper

Unter jenen, die grundsätzlich bei asiatischen Plattformen bestellen, war unterdessen Temu mit Abstand die am weitesten verbreitete Plattform. Besonders gefragt seien diese bei jüngeren Österreicherinnen und Österreichern, wobei es aber auch diese Gruppe ist, die am stärksten auf Preisschwankungen und damit auch auf Zölle reagiert, so die HV-Umfrage.