Haushaltsenergie im April insgesamt teurer, Strom günstiger

27.05.2026 • 05:00 Uhr
Haushaltsenergie im April insgesamt teurer, Strom günstiger

Die Preise für Haushaltsenergie haben im April insgesamt erneut zugelegt, einzig die Strompreise sind gesunken. Der Energiepreisindex (EPI) der Energieagentur stieg gegenüber dem Vormonat um 2,6 Prozent, im Jahresvergleich lag das Plus bei 10,7 Prozent. Ausschlaggebend war zuletzt insbesondere die militärische Blockade der Straße von Hormuz, die zu den wichtigsten globalen Transportrouten für Rohöl und Flüssigerdgas (LNG) zählt, geht aus einer Aussendung hervor.

Die Energiepreise bleiben laut Energieagentur damit weiterhin ein wesentlicher Treiber der allgemeinen Inflation. Während Preisaufschläge in den vergangenen Jahren vor allem Gas und Strom betroffen hätten, seien zuletzt besonders Heizöl, Diesel und Superbenzin betroffen gewesen. Superbenzin verteuerte sich im April zum Vormonat um 2,8 Prozent, im Jahresvergleich lag das Plus bei 16,7 Prozent. Beim Diesel stiegen die Preise um 10,1 Prozent gegenüber März und um 37,2 Prozent im Jahresabstand. Die Heizölpreise legten im Monatsvergleich um 12,6 Prozent zu, gegenüber April 2025 lag das Plus bei 62,6 Prozent.

Umstieg auf Erneuerbare senkt Importabhängigkeit

Auch wenn die Straße von Hormuz wieder geöffnet wird, sei nicht mit einer raschen Normalisierung der Versorgung mit Rohöl und Flüssiggas zu rechnen, da sich die betroffenen Logistik- und Produktionsketten nur schrittweise erholen würden, so die Energieagentur. “Solange ein Großteil unseres Verkehrs und Teile unserer Wärmeversorgung an Rohöl hängen, schlagen Krisen wie die aktuelle unmittelbar auf die Preise durch”, sagte Lukas Zwieb, Energieexperte der Energieagentur, laut Aussendung. Er empfiehlt den Umstieg auf erneuerbare Energie und elektrische Anwendungen wie E-Autos oder Wärmepumpen, um sich von Importrisiken unabhängiger zu machen.

Für Endkunden günstiger entwickelten sich zuletzt die Strompreise. Elektrizität verbilligte sich im Monatsvergleich um 3,3 Prozent, im Jahresvergleich sanken die Preise um 10,2 Prozent. Maßgeblich dafür sei die hohe Einspeisung aus Photovoltaik- und Wasserkraftanlagen. Dämpfend wirkten zudem regulatorische Effekte wie der seit 1. April für das Sommerhalbjahr geltende reduzierte Netztarif in den Mittagsstunden und die heurige Senkung der Elektrizitätsabgabe.

Erdgas verteuerte sich im Monatsvergleich leicht um 0,5 Prozent, im Jahresvergleich lag der Anstieg bei 3,8 Prozent. Die Fernwärme wurde gegenüber März um 0,1 Prozent günstiger, im Jahresvergleich stiegen die Preise um 2,2 Prozent. Günstiger wurden zuletzt auch Brennholz und Holzpellets, im Jahresvergleich legten die Preise aber zu, bei Pellets sogar um 28,3 Prozent.