Frankreich und Spanien kämpfen gegen Brände
In dem Waldbrandgebiet in Spanien spitzt sich die Lage weiter zu. Das seit Donnerstag nordöstlich der Hauptstadt Madrid wütende Feuer breitet sich sehr schnell aus. Inzwischen seien 26.000 Hektar verbrannt, teilte der regionale Regierungschef der autonomen Region Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, am Montag mit. Das ist doppelt so viel wie noch am Sonntag und entspricht in etwa der Fläche von 36.000 Fußballfeldern.
Auch in Frankreich kämpfte die Feuerwehr im Süden des Landes und auf der Mittelmeerinsel Korsika weiter gegen mehrere Brände. Im Süden und Südosten Europas wird indes eine neue Hitzewelle erwartet.
1.200 Menschen in Waldbrandregion evakuiert
García-Page sprach von dem schlimmsten Waldbrand in der Geschichte der Region rund 60 Kilometer nordöstlich von Madrid. Die Windrichtung aus Südwest trieb die riesigen Rauchwolken jedoch nicht in Richtung der Hauptstadt. In der Waldbrandregion mussten inzwischen jedoch rund 1.200 Menschen aus 30 gefährdeten Ortschaften evakuiert werden, wie García-Page sagte. Die Einsatzkräfte zur Bekämpfung des Waldbrandes, der einen Umfang von 120 Kilometern habe, würden noch einmal verstärkt.
Vor allem der starke Wind von rund 50 Kilometern pro Stunde fache die Flammen bisher unaufhaltsam immer wieder an. Die Feuerwand fresse sich mit einer Geschwindigkeit von teilweise vier Kilometern pro Stunde voran, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE.
Da es im vergangenen Winter und Frühjahr in Spanien sehr viel Regen gab, wurde das Wachstum von Gräsern, Gestrüpp und Unterholz stark begünstigt. Diese brennbare Biomasse wirkt nun verdorrt durch die Hitze des Sommers wie Zunder in den Wäldern. Eine weitere erwartete Hitzewelle ab Dienstag mit Temperaturen um die 40 Grad droht die Lage weiter zu verschärfen.
Hunderte Einsatzkräfte waren am Boden damit beschäftigt, mit schwerem Gerät Brandschneisen anzulegen und die Flammen so einzudämmen. Unterstützt werden sie unter anderem von der Militärischen Notfalleinheit. Zudem sind Medienberichten zufolge rund 45 Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz. Bisher sei es gelungen, das Übergreifen der Flammen auf Ortschaften zu verhindern, teilten die Behörden mit.
Die Lage in Frankreich
Im bergigen Hinterland von Saint-Tropez in Frankreich waren 360 Wehrleute weiter im Einsatz gegen einen am Sonntag ausgebrochenen Vegetationsbrand, der vier Häuser und 15 Autos zerstörte, wie die Zeitung “Var-Matin” berichtete. Die Feuerwehr habe auch mit dem Einsatz von Löschflugzeugen ein Übergreifen der Flammen auf rund 100 weitere Häuser verhindern können. Der Bahnverkehr in der Region wurde unterbrochen. Am Sonntagabend strandete ein aus Nizza kommender TGV-Zug mit 800 Reisenden im Bahnhof der Kleinstadt Les Arcs, weil eine Weiterfahrt unmöglich war.
Für 27 Departements in Frankreich warnte der staatliche Wetterdienst Météo France vor einer erhöhten Waldbrandgefahr. Wie Innenminister Laurent Nuñez dem Sender France Inter sagte, sind seit Jahresbeginn schon fast 40.000 Hektar Naturfläche von Bränden zerstört worden, deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum oder im besonders von Bränden geprägten Jahr 2022. Landesweit seien 111 Menschen wegen des Verdachts der Brandstiftung festgenommen worden, die meisten hätten die Vorwürfe eingeräumt.
Hitze in Griechenland
Auch in einem weiteren beliebten Reiseland ist das Wetter Thema: Griechenland erlebt den ersten großen Hitzeschub des Sommers. Nach einem bisher vergleichsweise milden Saisonverlauf steigen die Temperaturen seit dem Wochenbeginn in weiten Teilen des Landes auf 40 bis 41 Grad, örtlich werden im Landesinneren sogar bis zu 42 oder 43 Grad erwartet.
Erst ab Donnerstag soll die Hitze von Norden her allmählich nachlassen, während sie sich im Süden des Landes noch etwas länger hält, wie das meteorologische Amt EMY mitteilte. Besonders betroffen ist laut Prognosen das griechische Festland. Auf den meisten Inseln werden angenehmere Temperaturen von 35 bis 37 Grad herrschen.
Mehrere griechische Großstädte haben als Vorsichtsmaßnahme zwischen 9.00 und 21.00 Uhr klimatisierte Hallen und öffentliche Räume geöffnet. Dort können sich insbesondere Menschen aufhalten, die zu Hause keine Klimaanlage haben.