Hervis könnte an Snipes-Gründer Voth verkauft werden

Der Sporthändler Hervis, ein Tochterunternehmen des Handelsriesen Spar, soll an Snipes-Gründer Sven Voth verkauft werden. Das berichtet “derstandard.at” Dienstagabend mit Verweis auf gut informierte Quellen. Der Deal könnte noch kommende Woche finalisiert werden. Eine Bestätigung von Spar gibt es nicht, die Zeitung zitiert eine Sprecherin mit den Worten: “Wir prüfen für Hervis derzeit mehrere Strategien und Optionen.”
Hervis verkaufte jüngst seine Standorte in Ungarn und Rumänien. Neuer Eigentümer soll, vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung, die britische Frasers Group werden. Diese nannte sich zuvor Sports Direct und ist nach der Übernahme von Sport Eybl auch in Österreich vertreten. Aus Tschechien zog sich Hervis bereits 2022 zurück. In Deutschland hat die Marke nur noch geringe Präsenz. In Österreich hat der Sportartikelhändler rund 100 Filialen.
Voth hat “viele Bälle in der Luft”
Der Deutsche Sven Voth gründete 1998 in Essen Snipes. Die Marke offeriert Sneakers und Streetwear. 2011 beteiligte sich Deichmann an Snipes und hält mittlerweile alle Anteile des Unternehmens. Voth zog sich 2024 aus der Geschäftsführung zurück.
Eine Sprecherin des Deutschen meinte gegenüber “derstandard.at”, dass der Wahlwiener Voith aktuell “viele spannende Bälle in der Luft” habe. Entsprechend voll sei sein Terminkalender. Für Gespräche darüber stehe er erst nächste Woche zur Verfügung.
Der Verlust von Hervis Österreich inklusive bilanztechnischen Abschreibungen belief sich 2024 auf 43 Mio. Euro. Im Jahr 2023 waren es noch 64 Mio. Euro. Der Umsatz des heimischen Sporthändlers sank von 261 auf 253 Mio. Euro, geht aus dem im Firmenbuch hinterlegten Jahresabschluss hervor. Die Umsatzrückgänge seien “großteils mengenbedingt”, hieß es im Lagebericht. Im Jahr 2024 schloss Hervis Österreich zwölf Filialen und eröffnete drei neue Geschäfte. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sank um 140 auf 1.360.