Hilfskürzungen machen NGOs wie CARE in Simbabwe zu schaffen

Die Politik der US-Regierung unter Donald Trump, Finanzierungsstopps bei USAID einzuleiten und die US-Behörde für zivile Entwicklungszusammenarbeit im Sommer 2025 schließlich ganz aufzulösen, hat Hilfsorganisationen weltweit bis ins Mark getroffen. Natürlich auch in Simbabwe, wie die CARE-Länderdirektorin für das Land, Delilah Takawira, in Harare vor Journalisten einräumte. “Mehrere Hilfsorganisationen mussten ganz zusperren”, sagte Takawira. Sie wisse von zumindest drei.
CARE Simbabwe traf es ebenfalls dramatisch. Wobei nicht nur die Finanzierung durch USAID ausbleibt: “Auch andere Länder wie zum Beispiel Schweden haben Projekte eingestellt”, betonte Takawira. Seitens der EU seien bisher keine signifikanten Kürzungen angekündigt worden. “Ich glaube aber, dass sie in Zukunft andere Sachen unterstützen werden, eher in Richtung Wirtschaftspartnerschaften.”
Mehr als zwei Drittel der Belegschaft entlassen
Für 2026/27 musste sich CARE Simbabwe Takawira zufolge deutlich mehr als 50 Prozent Budgetkürzung verordnen. Die USA seien schließlich der wichtigste Geldgeber gewesen. In Zahlen handelt es sich um einen Rückgang von 16,7 auf 6,8 Millionen US-Dollar (5,96 Mio. Euro). Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer von CARE Simbabwe mussten entlassen werden. In Zahlen: “Von mehr als 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Jahr 2025 arbeiten jetzt nur mehr 47 bei uns”, schilderte Takawira die dramatischen Kürzungen.
Das hatte auch massive Auswirkungen auf die Projekte. Mehrere CARE-Büros in Simbabwes Städten wurden geschlossen. Projekte wurden eingestampft. Takawira zufolge sind auch Programme, nicht nur von CARE, zum Kampf gegen HIV und Aids schwer betroffen. Dabei zählt Simbabwe zu jenen Ländern in Afrika, die am massivsten von der Immunschwäche-Erkrankung betroffen sind.
Vor Super-El-Niño
All das trifft CARE und andere Hilfsorganisationen, vor allem aber die Menschen in Simbabwe, just vor einem Super-El-Niño. Laut Takawira leben 70 Prozent der Bevölkerung in Simbabwe von der Landwirtschaft. Oder wie es ein regionaler Vertreter der Regierung in Simbabwe dieser Tage formulierte: “Wir sind alle Bauern.” Der Agrarbereich in dem Land im südlichen Afrika ist massiv vom Regen abhängig, doch der droht nun auszubleiben.
“Wir erwarten rund 400 Millimeter Regen pro Quadratmeter”, so die CARE-Länderdirektorin. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Regenfälle ausbleiben. Auch die Unvorhersehbarkeit, wo wie viel fällt, sei ein großes Problem. Es habe in der vergangenen Saison auch Gegenden gegeben, wo in einem bis zwei Monaten 400 bis 500 Millimeter pro Quadratmeter gefallen seien. “Das bedroht die Ernten ebenfalls”, sagte Takawira. Sie versuche nun, Programme zu installieren, die mit dieser Unvorhersehbarkeit des Wetters zurechtkommen.
Partnerschaften mit dem Privatsektor gesucht
Für CARE Simbabwe ist es laut Delilah Takawira entscheidend, Partnerschaften mit dem Privatsektor zu finden. Dies sei absolut notwendig, um nachhaltige Programme aufzubauen.