Houthi-Miliz kontrolliert wichtige Meerenge Bab al-Mandab

11.09.2026 • 12:02 Uhr

Die jemenitische Houthi-Miliz hat nach Angaben eines örtlichen Regierungsvertreters in der Meerenge Bab al-Mandab strategisch wichtige Orte eingenommen und damit die Kontrolle über die wichtige Schifffahrtsstraße übernommen. Boote mit Houthi-Kämpfern hätten die auch unter dem Namen Perim bekannte Insel Mayyun erreicht, erklärte er am Freitag. Es wurde auch von der Einnahme des Küstenortes Dhubab berichtet, der gemeinsam mit der Insel als Schlüssel zur Meerenge gilt.

Die Meerenge von Bab al-Mandab zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt und verbindet das Rote Meer mit dem Indischen Ozean. Seit der weitgehenden Blockade der Straße von Hormuz durch Teheran im Zuge des Iran-Kriegs hat Bab al-Mandab zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Die Insel Perim teilt die Meerenge in zwei Schifffahrtsrouten.

Saudi-arabischer Angriff auf Hafenstadt Mokka

Unterdessen griff Saudi-Arabien laut Angaben der Houthis am Freitag die Hafenstadt Mokka an. Der “Feind” habe zwei Angriffe auf den Flughafen von Mokka gestartet, berichtete der Houthi-Fernsehsender al-Masirah. Die vom Iran unterstützten Houthis im Jemen hatten am Vortag die Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt am Roten Meer übernommen. Saudi-Arabien unterstützt die Regierungstruppen im Jemen in ihrem Kampf gegen die Houthi-Miliz.

Die jemenitischen Streitkräfte kündigten Gegenangriffe an, um die von den Houthis eroberten Gebiete entlang der Küste des Roten Meeres zurückzugewinnen. Die international anerkannte Regierung werde Waffen und Flugzeuge einsetzen, um die Bewegungen der Rebellen in Schlüsselgebieten zu unterbinden, teilten die Streitkräfte mit. Dies betreffe unter anderem die Straße zur Küstenstadt Mokka, die die Houthis am Donnerstag zusammen mit den Hanish-Inseln im Roten Meer eingenommen hatten. Militärsprecher Oberst Majed al-Nasili rief die Zivilbevölkerung auf, die Verbindung zwischen den Städten Täiz und Mokka zu meiden. Die Kämpfe hatten sich in den vergangenen Tagen verschärft, da die Houthis sich verstärkt auf die Kontrolle der jemenitischen Küstenlinie konzentrierten.

Iran und Saudi-Arabien: “Eskalation von Spannungen”

Vor dem Hintergrund neuer Kämpfe im Jemen haben sich die Außenminister des Iran und Saudi-Arabiens über die “Eskalation der Spannungen” in der Region ausgetauscht. In einem Telefonat am Donnerstagabend sprachen Abbas Araqchi und sein saudi-arabischer Amtskollege Faisal bin Farhan über “wachsende Unsicherheiten”, wie das Ministerium in Teheran mitteilte. Beide Seiten betonten demnach die Notwendigkeit, ihre diplomatischen Bemühungen fortzusetzen, “um eine Ausweitung der Spannungen zu verhindern und die Stabilität wiederherzustellen”. Iran und Saudi-Arabien unterstützen in dem Konflikt gegnerische Parteien: Während Teheran die Houthi-Miliz militärisch und finanziell stärkt, unterstützt Riad die international anerkannte Regierung im Jemen im Kampf gegen die Houthis.

Der Jemen und die dortigen Kämpfe werden in der Mitteilung des iranischen Außenministeriums nicht explizit erwähnt. In einer gesonderten Erklärung zum Jemen betonte das iranische Außenministerium jedoch, dass es “unmöglich” sei, den Konflikt militärisch zu lösen.

Golf-Außenminister planen Treffen mit Iran

Der rasche Vormarsch der Houthis an der Küste wird Regierungs- und Geheimdienstkreisen zufolge direkt von den iranischen Revolutionsgarden gesteuert. Ziel sei es, eine neue Front im Konflikt mit den USA zu eröffnen. Der Iran habe den Houthis vergangene Woche befohlen, ihre Angriffe zu intensivieren, und dafür finanzielle Hilfe, Waffen und Berater zugesagt, sagten zwei iranische Insider. Teheran bestreitet jedoch eine militärische Einflussnahme.

Angesichts der Lage bat der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman US-Präsident Donald Trump am Donnerstag in zwei Telefonaten um amerikanische Luftschläge gegen die Houthis, wie das Portal “Axios” unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter berichtete. Trump habe die Bitte jedoch abgelehnt. Die USA wollten ein direktes militärisches Eingreifen vermeiden, äußerten jedoch wachsende Sorgen über den eskalierenden Konflikt.

Um eine weitere Eskalation zu verhindern, planen die Außenminister der Golfstaaten offenbar ein Treffen mit dem iranischen Ressortchef. Wie die Zeitung “Financial Times” am Freitag unter Berufung auf informierte Personen berichtete, soll das Treffen am Montag in der omanischen Küstenstadt Salalah stattfinden. Ziel der von Oman und dem Iran vorangetriebenen Initiative sei eine vorübergehende Vereinbarung zur Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus.