Houthi-Miliz greift erneut in Saudi-Arabien an
Der Konflikt zwischen den Houthi und der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung im Jemen droht weiter zu eskalieren. Die Houthi-Miliz reklamierte am Donnerstag erneut einen Angriff auf den Flughafen in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad für sich. Der Militärsprecher der Houthi, Jahja Sari, sagte, die Miliz habe eine ballistische Rakete auf den Flughafen King Chalid in Riad abgefeuert.
Nach Angaben aus Saudi-Arabien wurden mehrere Geschosse abgewehrt. Zwei auf Riad abgefeuerte Raketen und eine weitere auf Khamis Mushait im Südwesten des Landes seien abgefangen worden, teilte der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, Turki al-Maliki, mit. Augenzeugen berichteten der dpa von vier aufeinanderfolgenden Explosionen in Riad.
Der saudische Zivilschutz meldete, dass durch herabfallende Trümmerteile Sachschäden an einem Kindergarten und einem Klinikkomplex in Riad entstanden seien. Aus saudischen Flughafenkreisen hieß es, es seien Trümmer abgefangener Raketen auf ein Terminalgebäude des Flughafens gefallen.
Warnungen für Fluggesellschaften und Ölanlagen
Die vom Iran unterstützten Houthi warnten zugleich davor, dass alle Ölanlagen des Nachbarlandes Ziele ihrer Angriffe werden könnten. Die Miliz hatte in der Vergangenheit bereits Angriffe auf Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Saudi-Arabien für sich beansprucht.
Auch Fluggesellschaften wurden von den Houthi erneut dazu aufgerufen, Flüge nach Saudi-Arabien einzustellen. Ausgenommen seien lediglich die Gebiete über den heiligen Städten Mekka und Medina.
Saudi-Arabien macht die Houthi immer wieder für Angriffe auf zivile Ziele im Königreich verantwortlich und fliegt seinerseits Luftangriffe auf Stellungen der Miliz im Jemen. Nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörden wurden bereits am Dienstag und Mittwoch die Flughäfen von Riad und Abha im Südwesten des Landes angegriffen. Dabei seien insgesamt drei Menschen getötet worden. Die Houthi reklamierten beide Angriffe für sich.
Houthi melden Angriffe in Hudaida
Unterdessen berichtete der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masirah von saudischen Luftangriffen auf den Flughafen der westjemenitischen Hafenstadt Hudaida sowie auf weitere Gebiete. Bewohner der Stadt berichteten der dpa von heftigen Explosionen und Rauchwolken in der Nähe des Hafens von Hudaida. Eine Stellungnahme Saudi-Arabiens dazu lag zunächst nicht vor.
Der Bürgerkrieg im Jemen war im Sommer im Zuge des Iran-Krieges erneut aufgeflammt. Seitdem kämpfen die Houthi erneut gegen die von Saudi-Arabien unterstützte international anerkannte Regierung. Saudi-Arabien fliegt dabei immer wieder auch Luftangriffe im Nachbarland.
Am Wochenende hatte die jemenitische Regierung eine großangelegte Offensive zur Rückeroberung aller von den Houthi kontrollierten Gebiete angekündigt. Die Houthi konnten zuletzt strategisch wichtige Gebiete für sich gewinnen.
Lufthansa setzt Flüge nach Riad aus
Die Lufthansa Group, Muttergesellschaft der Austrian Airlines (AUA), setzt aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten ihre Flüge nach Riad aus. Die Verbindungen würden bis einschließlich 16. Oktober gestrichen, teilte Lufthansa am Donnerstag mit.
Syrien könnte in die Kämpfe eingreifen
Unterdessen könnte Syrien in die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den Houthi-Rebellen im Jemen eingreifen. Die Regierung in Damaskus erwäge die Entsendung militärischer Einheiten zur Unterstützung saudi-arabischer Truppen, sagten ein syrischer Beamter und ein US-Vertreter übereinstimmend. Saudi-Arabien pocht nach den Angriffen auf mehrere Flughäfen auf Hilfe seiner Verbündeten.