Houthi-Miliz: Haben saudi-arabischen Tanker angegriffen

05.08.2026 • 10:39 Uhr
Houthi-Miliz: Haben saudi-arabischen Tanker angegriffen

Die mit dem Iran verbündete Houthi-Miliz hat nach eigenen Angaben einen weiteren saudischen Tanker angegriffen. Sie habe mit Raketen den 180 Meter langen Öltanker “NCC Wafa” in der Nähe von Yanbu im Roten Meer angegriffen, teilte ihr Militärsprecher Yahya Saree mit. Über den Hafen Yanbu in Saudi-Arabien bringt das Königreich derzeit einen großen Teil seines Öls an den Weltmarkt, um die blockierte Straße von Hormuz zu umgehen. Einen Zeitpunkt für den Angriff nennt Saree nicht.

Von Saudi-Arabien gab es zunächst keine Bestätigung oder Reaktion. Die schiitische Miliz führt im Jemen seit mehr als zehn Jahren Krieg gegen die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung. Dieser Konflikt war vor einigen Wochen erneut eskaliert mit Luftangriffen in Sanaa, dem Machtzentrum der Houthi im Nordjemen. Die Houthi begannen daraufhin mit Angriffen auf saudische Schiffe im Roten Meer oder zwangen diese zu Kurswechseln.

Saree: 29 Tanker mussten Kurs wechseln

Die Houthi hätten bisher acht saudische Tanker angegriffen, sagte Saree. Zudem hätten 29 saudische Tanker in der Region wegen ihrer Drohungen und Angriffe den Kurs wechseln müssen. 

Wegen der Angriffe wird befürchtet, dass die wichtige Meerenge Bab al-Mandab faktisch geschlossen werden könnte. Der Verkehr durch die Meerenge, die die Miliz vom Jemen aus angreifen kann, läuft unabhängigen Datenanbietern zufolge aber vorerst weiter. Die Meerenge liegt auf dem kürzesten Seeweg zwischen Asien und Europa, der über den Indischen Ozean, das Rote Meer und den Suezkanal führt. Durch den Bab al-Mandab (“Tor der Tränen”) laufen in normalen Zeiten etwa zehn Prozent des weltweiten Seehandels. Die Houthi hatten mit Angriffen ab 2023 in der Region den Welthandel bereits massiv beeinträchtigt.

Die schiitischen Houthi sind mit Teheran verbündet, sie werden vom Iran finanziell und mit Waffen unterstützt. Sie sind auch Teil der sogenannten “Achse des Widerstands”, die unter Führung Teherans den Einfluss Israels und der USA in der Region zurückdrängen will. Die Houthi handeln im Vergleich etwa zur mächtigen Hisbollah im Libanon aber unabhängiger von Teheran. Es geht ihnen vor allem darum, ihre Machtbasis im Jemen zu sichern.