Houthi töten 13 jemenitische Regierungssoldaten

03.09.2026 • 17:28 Uhr
Houthi töten 13 jemenitische Regierungssoldaten

Bei Zusammenstößen mit Kämpfern der Houthi-Miliz sind nach Angaben aus Militärkreisen 13 jemenitische Regierungssoldaten getötet worden. Die vom Iran unterstützten Houthi hätten entlang der Frontlinien an der westlichen Küste des Roten Meeres eine groß angelegte Offensive gestartet, um “in Richtung Bab al-Mandab und in von Regierungstruppen gehaltene Gebiete vorzudringen”, erfuhr AFP am Donnerstag aus Militärkreisen.

“Nach ersten Angaben wurden 13 Regierungssoldaten, darunter zwei Offiziere, getötet.” Die staatliche Nachrichtenagentur SABA berichtete von heftigen Kämpfen zwischen Regierungssoldaten und den Houthi sowie von Raketen- und Drohnenangriffen der Miliz.

Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten Houthi seit mehr als zehn Jahren gegen die Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Seit 2022 herrschte eine inoffizielle Waffenruhe und der Krieg schien wie eingefroren. Es gab keine größeren Gefechte, aber auch keine Aussicht auf ein Kriegsende. “Kein Krieg, kein Frieden”, fasst die britische Jemen-Expertin Helen Lackner zusammen.

“Im Jemen herrscht wieder Krieg”

Im Juli kam es dann zu neuen Luftangriffen in der Hauptstadt Sanaa, die von den Houthi kontrolliert wird, und seitdem zunehmend zu neuen Gefechten in Tais und den Provinzen Marib und Hudaida. “Im Jemen herrscht wieder Krieg”, schrieb die Denkfabrik Crisis Group bei X.

Die Houthi griffen mit Raketen und Drohnen unter anderem den Hafen von Mokha (Mokka) nahe der Meerenge Bab al-Mandab an. Sollten die Houthi die Stadt einnehmen, könnten sie auch Handelsschiffe in der Meerenge noch stärker beschießen oder den Verkehr dort mit Sprengstoff-Booten zum Erliegen bringen. Der Bab al-Mandab ist wie die Straße von Hormuz für den Welthandel von großer Bedeutung.

Stark verarmtes Land

Die Miliz hatte im Juli eine Blockade der Schifffahrt für Saudi-Arabien verkündet. Seitdem griffen die Houthi mindestens drei Schiffe an, zwangen weitere Schiffe in der Region zu Kursänderungen und griffen auch den Süden des Nachbarlands Saudi-Arabien wieder an.

Der Jemen ist ein stark verarmtes Land auf der Arabischen Halbinsel. Die humanitäre Krise, die sich durch Jahre des Kriegs noch verschärft hat, zählt zu den schlimmsten weltweit. Mehr als 22 der etwa 35 Millionen Einwohner im Jemen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Bisher scheiterten alle Versuche, den Krieg diplomatisch beizulegen.