Houthi: Tote bei Luftangriffen auf jemenitische Hauptstadt
Bei Luftangriffen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind nach Angaben der Houthi mindestens 25 Menschen getötet worden. Der Houthi-nahe TV-Sender Al Masirah berichtete, dass es sich bei den meisten der Opfer um Frauen und Kinder handle. Mindestens 30 weitere Personen seien verletzt worden. Der Sender berief sich auf einen Vertreter eines örtlichen Krankenhauses und schrieb die Angriffe Saudi-Arabien zu.
Die Angriffe würden nicht unbeantwortet bleiben, hieß es. Auch die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur SABA berichtete von erneuten Angriffen auf Wohnhäuser und Rettungskräfte in dem Gebiet, nannte jedoch keine Opferzahlen. Eine Stellungnahme der Militärkoalition oder Saudi-Arabiens gab es zunächst nicht.
Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition kämpft seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die Houthi-Rebellen im Jemen. Saudi-Arabien unterstützt die international anerkannte Regierung des Bürgerkriegslandes.
Der Konflikt im Jemen hat sich im Zuge des Iran-Krieges verschärft. Zuletzt haben die Huthi ihre Angriffe auch auf das Nachbarland Saudi-Arabien selbst verstärkt. Zu den Zielen gehörten dabei unter anderem Flughäfen und Ölanlagen.
Jemenitische Regierungskreise: Syrien entsendet tausende Soldaten
Vor dem Hintergrund des neu aufgeflammten Kriegs zwischen der Houthi-Miliz im Jemen und von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierungstruppen sollen tausende syrische Soldaten in den Jemen und ins Nachbarland Saudi-Arabien entsandt werden. Syrien werde rund 3.000 Soldaten entsenden, die sich der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition anschließen würden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus jemenitischen Regierungskreisen.
Syrien habe mit Saudi-Arabien vereinbart, “rund 3.000 Soldaten zur Bekämpfung der Houthis zu entsenden”, hieß es. Wie ferner aus militärischen sowie Verteidigungskreisen im Jemen verlautete, sind bereits hunderte syrische Soldaten auf beiden Seiten der Grenze zwischen dem Jemen und Saudi-Arabien stationiert. Die auf der jemenitischen Seite stationierten syrischen Militärs leiteten Drohneneinsätze gegen die Houthis, teilte einer der Militärvertreter AFP mit.
Die Truppenentsendung war bei einem Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa in Riad in dieser Woche besiegelt worden. Dabei hatten beide Regierungen Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet, darunter ein Verteidigungsabkommen.
Saudi-Arabien ist ein wichtiger Unterstützer der Regierung in Syrien, die nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Bashar al-Assad im Dezember 2024 an die Macht gekommen war. Assad war von islamistischen Milizen unter Führung al-Sharaas in die Flucht nach Russland getrieben worden.
Aufflammen der Kämpfe im Jemen nach vier Jahren relativer Ruhe
Erst am Freitag hatten die Houthis nach einem Angriff auf einen Markt in der westlichen Provinz Taiz 30 Tote und acht Verletzte gemeldet. Die Miliz machte ebenfalls die saudi-arabische Luftwaffe verantwortlich. Die von Riad unterstützten jemenitischen Regierungstruppen wiesen dies zurück und beschuldigten ihrerseits die Houthis, den Markt mit einer ballistischen Rakete beschossen zu haben.
Nach vier Jahren relativer Ruhe waren die Kämpfe zwischen den Houthis und den jemenitischen Regierungstruppen im Juli wieder aufgeflammt. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt die international anerkannte Regierung im Kampf gegen die Houthi-Miliz. Die Houthis greifen ihrerseits regelmäßig Ziele in Saudi-Arabien an.
Am Donnerstag hatte die von Saudi-Arabien angeführte Koalition mitgeteilt, sie habe eine von den Houthis abgefeuerte Rakete in der Region der heiligen Stadt Medina abgefangen. Die Houthis bestritten den Angriff und warfen Saudi-Arabien “Verleumdung” vor.