Houthis melden 14 Tote nach saudi-arabischen Angriffen

29.10.2026 • 07:22 Uhr
Houthis melden 14 Tote nach saudi-arabischen Angriffen

Im Jemen sind nach Angaben der pro-iranischen Houthi-Miliz durch saudi-arabische Angriffe am Mittwoch mehr als ein Dutzend Menschen getötet worden – die Houthi-Miliz griff inzwischen erneut den Flughafen der südjemenitischen Stadt Aden an. Bei Angriffen in der nordwestlichen Provinz Al-Jawf habe es laut einer vorläufigen Bilanz 14 Tote und 15 Verletzte gegeben, darunter Frauen und Kinder, berichtete der von der Houthi-Miliz betriebene Sender Al Masirah am Mittwoch.

Für die Angriffe machte er Saudi-Arabien verantwortlich. In Aden schlug inzwischen eine Rakete der Houthis innerhalb des Flughafengeländes ein – kurz bevor die Houthis einen Evakuierungsaufruf für das Gebiet herausgaben, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Polizeikreisen erfuhr. Der Angriff sei erfolgt, während sich ein saudi-arabisches Militärflugzeug auf dem Flughafen aufhielt. Die Maschine sei jedoch nicht getroffen worden und kurz darauf gestartet, hieß es aus den Polizeikreisen weiter.

Houthi-Militärsprecher Yahya Saree erklärte auf Telegram: “Unsere Streitkräfte fordern die Anwesenden auf dem Flughafen Aden auf, diesen umgehend zu räumen, da sich dort ein Militärtransporter des saudi-arabischen Feindes befindet.” Das Flugzeug transportiere “Waffen, um die Söhne des jemenitischen Volkes zu töten”, fügte Saree hinzu.

Flughafen von Aden wurde zweimal getroffen

Kurze Zeit später teilte ein Polizeibeamter mit, dass der Flughafen von Aden ein zweites Mal getroffen worden sei. “Eine Houthi-Rakete hat das Gebiet unter Kontrolle der saudi-arabischen Streitkräfte innerhalb des Flughafenbereichs von Aden ins Visier genommen”, sagte der Polizeibeamte.

Die Houthis hatten Aden in den vergangenen Wochen bereits mehrfach angegriffen. In der Stadt sind Einrichtungen der international anerkannten jemenitischen Regierung und der von Saudi-Arabien geführten Koalition untergebracht.

Mit dem Beginn des Iran-Krieges, der Ende Februar durch die USA und Israel ausgelöst wurde, eskalierten auch die Kämpfe zwischen den Houthis und der jemenitischen Regierung wieder. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt die jemenitischen Truppen in ihrem Kampf gegen die Houthis. Infolgedessen geriet auch das Königreich verstärkt ins Visier direkter Angriffe der pro-iranischen Houthis.

UN: Immer mehr Menschen im Jemen durch Kämpfe vertrieben

Immer mehr Menschen müssen wegen der anhaltenden Kämpfe im Jemen fliehen. Seit Anfang August seien 280.000 Menschen vertrieben worden, teilte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres unter Berufung auf Zahlen des UN-Nothilfebüros OCHA mit. Am 17. Oktober waren es nach UN-Zahlen 250.000 Menschen gewesen.

Mehr als die Hälfte halte sich nun im Gouvernement Tais auf. Der Zugang für humanitäre Hilfe sei schwieriger geworden. “Schäden an einer wichtigen Straße, die Taiz mit den südlichen Provinzen des Jemen verbindet, zwingen Hilfsorganisationen dazu, ihre Lieferungen über enge Bergstraßen umzuleiten.”

Der UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) warne vor sexueller Gewalt, Menschenhandel und Zwangsverheiratungen, insbesondere in überfüllten Unterkünften. Mehr als 230.000 Menschen benötigten dringend Hilfe bei der Wasser- und Sanitärversorgung.

Der Bürgerkrieg im Jemen ist im Zuge des Iran-Kriegs erneut aufgeflammt. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz nahm bei einer Offensive weite Teile der Westküste am Roten Meer ein und rückte auch in andere Provinzen vor. Die Regierung des Jemen versucht, mit Hilfe verbündeter Milizen und Saudi-Arabiens die Rebellen zurückzudrängen.