Houthis melden zwölf Tote bei Saudi-Angriff im Jemen

29.10.2026 • 23:00 Uhr

Bei einem saudi-arabischen Luftangriff sind im Südwesten des Jemen nach Angaben der Houthi-Miliz mindestens zwölf Menschen getötet worden. Nach der Attacke auf ein Wohngebäude im Ort al-Barah in der Provinz Taiz seien darüber hinaus drei Verletzte “in einem kritischen Zustand”, teilte das Houthi-Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Bereits am Mittwoch hatten die Houthis von 14 Toten und 15 Verletzten durch einen saudi-arabischen Luftangriff berichtet.

Betroffen waren eine Tankstelle und ein Markt in der nordwestlichen Provinz al-Jawf. Die Miliz attackierte ihrerseits den Flughafen der Stadt Aden im Süden des Jemen und rechtfertigte den Angriff mit einem dort stationierten saudi-arabischen Militärflugzeug.

Außerdem griffen die Rebellen nach eigenen Angaben erneut die saudi-arabische Ölraffinerie Ras Tanura an. Zudem seien eine Anlage des Ölkonzerns Aramco in Abkaik sowie der internationale Flughafen König Khalid in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad beschossen worden, teilten die Houthis mit. Eine Bestätigung aus Saudi-Arabien lag zunächst nicht vor.

Ras Tanura ist die größte Ölraffinerie Saudi-Arabiens und liegt am Persischen Golf. Sie hat eine Kapazität von 555.000 Barrel Öl pro Tag und war zu Beginn des Iran-Krieges zeitweise vorsorglich geschlossen worden. Die Houthis hatten erst diese Woche erklärt, sie hätten die Anlage mit einer ballistischen Rakete beschossen.

Aden unter Kontrolle international anerkannter Regierung

Aden ist unter Kontrolle der international anerkannten jemenitischen Regierung, hinter der eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition steht. Sie kämpft seit Jahren gegen die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz, die weite Teile im Norden und Westen des Jemen kontrolliert, darunter die Hauptstadt Sanaa.

Im Juli zerbrach eine 2022 geschlossene fragile Waffenruhe, nachdem die Houthis einem iranischen Flugzeug die Landung in Sanaa erlaubt hatten. Seither greifen sich beide Konfliktparteien mit zunehmender Härte an. Außerdem verhängten die Houthis eine Blockade saudi-arabischer Häfen am Roten Meer. Seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe wurden nach UNO-Angaben mehr als 1.600 Menschen getötet und mehr als 275.000 vertrieben.