IEA-Chef warnt vor schwerster Energiekrise seit Jahrzehnten

23.03.2026 • 08:49 Uhr

Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hat angesichts des Iran-Kriegs vor der womöglich schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten gewarnt. Während der zwei aufeinanderfolgenden Ölkrisen in den 1970er-Jahren habe die Welt “jeweils etwa fünf Millionen Barrel Erdöl pro Tag verloren”, sagte Birol am Montag im australischen Sydney. “Bis heute haben wir elf Millionen Barrel pro Tag verloren, also mehr als zwei große Ölschocks zusammengenommen.”

Birol sprach angesichts der Blockade der für den weltweiten Seehandel wichtigen Straße von Hormuz von einer “großen Bedrohung” für die Weltwirtschaft. “Kein Land wird von den Auswirkungen dieser Krise verschont bleiben, wenn sie sich weiter in diese Richtung entwickelt”, sagte er beim nationalen Presseklub in Sydney weiter. Daher seien globale Anstrengungen erforderlich. “Ich hoffe sehr, dass dieses Problem so bald wie möglich gelöst wird.”

Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar ist die von den iranischen Revolutionsgarden kontrollierte Straße von Hormuz, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports passiert, faktisch gesperrt. Die Blockade sowie auch iranische Angriffe auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Als Reaktion auf die Preissteigerungen beschloss die IEA Mitte März, 426 Millionen Barrel Öl ihrer Notvorräte freizugeben. Es ist die sechste Freigabe strategischer Reserven in der Geschichte der vor mehr als 50 Jahren gegründeten IEA und die bisher größte.