In Saudi-Arabien inhaftierter Österreicher erwartet Urteil

11.06.2026 • 09:46 Uhr
In Saudi-Arabien inhaftierter Österreicher erwartet Urteil

Der 21-jährige Hasan E., der im Namen der Terrormiliz “Islamischer Staat” am 11. März 2024 in Mekka fünf Personen niedergestochen hatte, rechnet mit einem baldigen Urteil. Medienberichten zufolge soll es am 23. Juni soweit sein. Hasan E. wollte gemeinsam mit Arda K. und Beran A. zeitgleich in Mekka, Istanbul und Dubai Anschläge verüben, zog allerdings als einziger durch. Beran A. plante später einen Anschlag auf ein Konzert von Taylor Swift in Wien.

Die beiden jungen Männer wurden Ende Mai am Landesgericht Wiener Neustadt nicht rechtskräftig zu 15 bzw. 12 Jahren Haft verurteilt. Immer wieder fiel im Prozess die Sprache auf Hasan E. Er wurde von den beiden Angeklagten als treibende Kraft dargestellt, hätte Druck auf die beiden aufgebaut, Anschläge zu verüben.

Schließlich reisten Beran A. nach Dubai und Arda K. nach Istanbul, wo sie in letzter Sekunde allerdings von ihren Anschlagsplänen absahen. Hasan E. allerdings kaufte sich auf einem Obst- und Gemüsemarkt in Mekka ein Messer und rammte die Klinge vor der Al-Harām-Moschee einem Wachmann in den Hals. Ehe er festgenommen werden konnte, stach er auf weitere vier Personen ein. Alle fünf Opfer überlebten.

Sitzt in Haft

Seitdem sitzt er in Saudi-Arabien in Haft. Über die Haftbedingungen ist wenig bekannt. Die österreichische Botschaft in Riyadh stehe seit Bekanntwerden der Verhaftung mit ihm in Kontakt und leiste konsularische Unterstützung im Rahmen von Haftbesuchen, hieß es vor wenigen Wochen aus dem Außenministerium. Eine APA-Anfrage am Donnerstag blieb zunächst unbeantwortet.

Hasan E. würde wohl lieber zurück nach Österreich. Auf ein Haftbesuchsformular vom 4. Mai 2026 Bezug nehmend berichteten der “Standard” und “Puls24” am Mittwoch, Hasan E. sitze mit gebrochener Hand und Zahnschmerzen mit 13 anderen Personen in einer Zelle ohne Betten oder Tageslicht. Fünf Minuten pro Woche dürfe er in den Außenbereich des Gefängnisses, berichtete er den Diplomaten. Zur Urteilsverkündung, habe ihm der Richter mitgeteilt, soll es am 23. Juni 2026 kommen. Angeblich sei Hasan E. bereits zu mehreren Schadensersatzzahlungen in der Höhe von insgesamt 30.000 saudischer Riyal, umgerechnet rund 7.000 Euro verurteilt worden.

Hasan E. droht Todesstrafe

In Saudi-Arabien droht Hasan E. die Todesstrafe. Im vergangenen Jahr richteten die saudischen Behörden 356 Menschen hin, die Mehrheit davon wegen Drogendelikten. Das war ein Höchstwert. Auch heuer wurden bereits mehr als zwei Dutzend Menschen hingerichtet. Darunter auch ausländische Staatsangehörige.