Intendantin zufrieden mit steirischem herbst ’26

Die Intendantin des steirischen herbst hat zwei Tage vor dem offiziellen Ende der 59. Ausgabe des Traditionsfestivals eine zufriedene vorläufige Bilanz gezogen. Besonders gefreut habe sie, dass zwei der Diskussionsduelle (“Deathmatches”), darunter jenes von “Falter”-Chef Florian Klenk und Philosoph Konrad Paul Liessmann, hoffnungslos überbucht gewesen seien, sagte Ekaterina Degot am Freitag bei einer Pressekonferenz im diesjährigen Festival-Hauptquartier auf dem Griesplatz.
Bereits vor dem Ende verzeichnete der steirische herbst heuer über 50.000 Besucher. Rund 3.000 davon besuchten das parallel zu vielen Projekten angebotene Vermittlungsprogramm. Insgesamt gab es über 400 einzelne Veranstaltungen an 45 verschiedenen Orten. Vieles davon, darunter auch die Open-Air-Eröffnung auf dem Karmeliterplatz, konnte bei freiem Eintritt besucht werden.
Ausstellung bis 15.11. geöffnet
Degot nannte bei der Pressekonferenz mehrere ihrer persönlichen Lieblingsprojekte des heurigen Festivals. Unter anderem brach sie einmal mehr eine Lanze für die Hauptausstellung, die wegen der beschränkten Besucherkapazität und des hohen Andrangs nun bis zum 15. November geöffnet bleibt. Viele hätten bemerkt, dass die Ausstellung heuer besonders klein geraten ist. Dies sei allerdings lediglich den Dimensionen des Ausstellungsgebäudes – ein im Wesentlichen aus der Barockzeit stammendes, ehemaliges Gasthaus – geschuldet.
Erfreut zeigte man sich seitens der Festivalführung auch über das große, auch internationale Medieninteresse für die diesjährige Ausgabe. Sowohl Tagesmedien als auch Periodika, ebenso wie Radio- und Fernsehsender unter anderem aus Deutschland, Slowenien, Luxemburg, Großbritannien, Schweden und den USA hätten heuer über das Festival berichtet.
Zweitägiges Symposium mit Philosoph Osborne
Neben der Ausstellung dauert auch das Vermittlungsprogramm noch bis Mitte November. Am letzten Wochenende der Ausstellung findet ein zweitägiges Symposium mit dem aktuellen Titel “The End of Contemporary Art: How Did Radical Culture Become So Conservative?” im Auditorium der Neuen Galerie statt. Die Keynote wird dabei der britische Philosoph Peter Osborne halten.
Am Ende der Pressekonferenz wiederholte Degot ihren bereits zu Beginn des Festivals ausgeteilten Seitenhieb auf die heimische Kulturpolitik, der sie im Rahmen der “Normalisierung des Konservativismus” eine “Tendenz zur Provinzialisierung der Steiermark” attestierte. Die Jubiläumsausgabe des steirischen herbst, die insgesamt 60., die gleichzeitig die letzte der Intendanz Degots ist, findet kommendes Jahr von 23. September bis 17. Oktober statt.
(S E R V I C E – steirischer herbst – Festival noch bis kommenden Sonntag, 18.10., Ausstellung und einzelne Vermittlungsangebote bis 15.11.; )