Interimslösung für Bischöfe-Generalsekretariat angedacht

Die römisch-katholische Bischofskonferenz könnte ihr Generalsekretariat demnächst auch für Frauen und Laien öffnen. Nach dem angekündigten Abgang von Amtsinhaber Peter Schipka wird derzeit eine dementsprechende Statutenänderung diskutiert. Derzeit steht es nur geweihten Priestern offen. Möglich ist daher, dass bei der Vollversammlung der Bischöfe im November vorerst eine Interimslösung beschlossen wird, bis die Formalia vom Vatikan abgesegnet sind.
Mitte September hatte Schipka angekündigt, mit Ende November auf eigenen Wunsch vorzeitig sein Amt zurückzulegen. Er übernimmt danach eine Professur an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Niederösterreich. Wie es weitergeht, wird bei der Herbstvollversammlung des Episkopats von 9. bis 12. November in Salzburg entschieden. Auf Vorschlag des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Salzburgs Erzbischof Franz Lackner, wird ein Kandidat zur Wahl gestellt.
Derzeit ist es allerdings nur geweihten Priestern möglich, das Generalsekretariat der Bischofskonferenz zu übernehmen. Ein Zustand, der vor allem Frauen- und Laienorganisationen in der katholischen Kirche nicht zeitgemäß erscheint. Zuletzt haben sich die Katholische Frauenbewegung (kfbö) sowie das Netzwerk Frauen.Führen.Kirche für eine Öffnung des Amts für qualifizierte Laiinnen und Laien stark gemacht. Und auch für Lackner sprach zuletzt nichts gegen diese Möglichkeit, die bereits in mehreren europäischen Ländern, wie Deutschland, existiert.
Vorgang braucht Zeit
Laut APA-Informationen wird über eine Statutenänderung derzeit auch tatsächlich nachgedacht. Allerdings bräuchte es dafür einige Zeit: Sollten sich die Bischöfe bei ihrer Herbstvollversammlung dafür aussprechen, müsste diese den Weg nach Rom gehen. Dort entscheidet das Dikasterium für die Bischöfe, was aber ein gutes halbes Jahr dauern dürfte. Bis dahin müsste daher eine Interimslösung für das Amt gefunden werden, um eine fixe Nachfolge Schipkas dann bei der Frühjahrsvollversammlung, die voraussichtlich im März stattfindet, zu beschließen.
Sollte das Amt für Laiinnen und Laien geöffnet werden, heißt dies aber noch lange nicht, dass tatsächlich etwa eine Frau künftig Generalsekretärin der Bischöfe sein wird. Auch dann liegt das Vorschlagsrecht weiterhin beim Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Derzeit ist dies zwar Lackner, allerdings könnte er bald abgelöst werden. Möglich ist, dass ihm Wiens Erzbischof Josef Grünwidl in den kommenden Jahren folgt, der für seine relativ progressiven Positionen bekannt ist.