Investitionen in Wohnimmobilien 2025 deutlich gestiegen

20.03.2026 • 16:15 Uhr

Die Österreicherinnen und Österreicher investieren wieder stärker in Immobilien. 2025 stieg das Volumen der neu vergebenen Wohnbaukredite an heimische Haushalte gegenüber dem Jahr davor von 11 Mrd. auf 17 Mrd. Euro, wie die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Freitag bekanntgab. Die neuen Immobilienkredite wurden billiger – per Jahresende sanken die Zinsen im Schnitt von 3,51 (2024) auf 3,39 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Realeinkommen und damit auch die Leistbarkeit.

“Es wurden deutlich mehr Kredite abgeschlossen”, berichtete die Vize-Gouverneurin der Nationalbank, Edeltraud Stiftinger, in einer Pressekonferenz. “86 Prozent aller Neukreditvergaben im Wohnbaubereich sind Fixzinskredite.” Die Österreicherinnen und Österreicher setzten nun, vor allem beim Erwerb von Immobilien, auf fix verzinste Finanzierungen und damit auf Sicherheit.

“Das Jahr 2025 war doch ein sehr bewegtes”, sagte die Vize-OeNB-Chefin mit Blick auf die EZB-Zinsschritte und die in Österreich zunächst hohe Inflation, die sich heuer im Februar auf 2,2 Prozent beruhigt hat. “Es sind wirtschaftlich immer noch sehr herausfordernde Zeiten – wir haben zwei Jahre Rezession hinter uns und die aktuellen geopolitischen Verwerfungen, die wir alle beobachten müssen, werden Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung haben”, betonte Stiftinger.

Günstigere Neukredite

Die Haushalte mit laufenden Wohnbaukrediten seien im abgelaufenen Jahr entlastet worden. 2025 zahlten sie in Summe 3,6 Mrd. Euro an Zinsen, 2024 waren es noch 4,2 Milliarden gewesen. Bei neuen Wohnbaukrediten seien nur die variabel verzinsten günstiger geworden – mit einem Zinssatz von 3,21 Prozent Ende 2025, nach 4,14 Prozent Ende 2024. Fixzinskredite waren mit 3,42 Prozent quasi unverändert verzinst (2024: 3,43 Prozent).

Insgesamt hatten die Haushalte 2025 bei den heimischen Banken laut OeNB ein Volumen von 188 Mrd. Euro an Krediten offen. 70 Prozent davon seien in den Wohnbau geflossen, 30 Prozent in Konsum- und sonstige Kredite.

Neu aufgenommene Kredite wurden günstiger – die Zinssätze verringerten sich von 4,22 Prozent (Ende 2024) auf 3,85 Prozent. Während 2020 noch zwei Drittel der vergebenen Kredite variabel verzinst waren, ist das heute umgekehrt – zwei Drittel sind fix verzinst.

Weniger Sparzinsen

Für Spareinlagen gibt es – nach den vier Zinssenkungen von in Summe 1 Prozentpunkt auf 2 Prozent durch die Europäische Zentralbank (EZB) im ersten Halbjahr 2025 – weniger Zinsen. “Die Haushalte veränderten auch ihr Sparverhalten – sie investieren verstärkt in Wertpapiere”, hielt die Vize-OeNB-Chefin fest. 2025 seien zusätzliche 7 Mrd. Euro in Investmentfonds geflossen und 6 Mrd. Euro in Schuldverschreibungen, besonders in vom Bund aufgelegte Bundesschatzscheine (plus 3 Mrd. Euro). In Summe waren 115 Mrd. Euro in Investmentfonds und 42 Mrd. Euro in Schuldverschreibungen investiert. “Wertpapiere spielen eine größere Rolle als noch vor ein paar Jahren”, bekräftigte die Direktorin der Hauptabteilung Statistik in der OeNB, Regina Fuchs.

Immerhin verringerten sich die Zinsen für täglich fällige Einlagen auf durchschnittlich 0,43 Prozent. Die Hälfte der täglich fälligen Ersparnisse liege auf Sparkonten, wo sich der Zinssatz gegenüber dem Jahr davor von 1,55 auf 0,69 Prozent mehr als halbierte. Die Zinsen für Geld auf Girokonten sanken von 0,27 auf 0,18 Prozent.

Per Ende 2025 erreichte das Einlagevolumen bei den Banken rund 331 Mrd. Euro – 221 Milliarden davon lagen auf Sparkonten, 110 Milliarden auf Girokonten. “Durch die geringen Zinsen sind Spareinlagen für Haushalte weniger attraktiv geworden”, erklärte Fuchs. Ein Vergleich der Sparzinsen verschiedener Institute lohne sich, sagte sie und verwies auf die “Transparenzplattform” auf der Homepage der OeNB.