Irak schloss zig Abkommen mit US-Unternehmen

Der Irak hat bei der Washington-Reise von Ministerpräsident Ali al-Zaidi 48 Abkommen und Partnerschaften mit US-Unternehmen geschlossen. Die Vereinbarungen beträfen vor allem die Öl- und Energiebranche, erklärte das Büro des Premiers am Samstag. Zu den beteiligten Unternehmen gehören demnach die Energiekonzerne ExxonMobil, Shell und Halliburton, der Bauriese KBR und der Energieanlagenbauer GE Vernova. Zudem wurde der Wiederaufbau einer Ölpipeline Irak-Syrien vereinbart.
Damit soll angesichts des erneut eskalierten Konflikts zwischen den USA und dem Iran eine zusätzliche Route für irakische Ölexporte geschaffen werden. Der Irak unterzeichnete außerdem ein Abkommen mit dem Satelliteninternetanbieter Starlink von Tech-Unternehmer Elon Musk, der künftig Dienste in dem Land anbieten soll.
Der Irak ist stark von seinen Erdölexporten abhängig, die rund 90 Prozent der Staatseinnahmen ausmachen. Die irakische Wirtschaft leidet unter dem Krieg im Nahen Osten und der erneuten Schließung der Straße von Hormuz durch den Iran, über die zuvor ein Großteil des irakischen Rohöls ausgeführt wurde. Zugleich machen dem Land weiterhin seine marode Infrastruktur, mangelhafte öffentliche Dienstleistungen und Korruption zu schaffen.
Alternative zu Straße von Hormuz gesucht
US-Präsident Donald Trump hatte Zaidi bei dessen Besuch im Weißen Haus vor ein paar Tagen als “fantastischen Champion” und “großen Fan Amerikas” bezeichnet. Der im April ins Amt gekommene Regierungschef will die Wirtschaft beleben und pro-iranische Milizen im Land entwaffnen, die während des Kriegs Israels und der USA gegen den Iran wiederholt US-Einrichtungen im Irak angegriffen hatten.
Der Irak versucht seit Jahren, ein Gleichgewicht zwischen seinem Nachbarland Iran und den USA zu wahren. Die USA marschierten 2003 in den Irak ein und stürzten das Regime unter Langzeitmachthaber Saddam Hussein. Unter der darauffolgenden US-Besatzung kämpften bis 2011 die verschiedensten Fraktionen im Land, darunter die schiitische Bevölkerungsmehrheit gegen die unter Hussein privilegierten Sunniten, in einem Bürgerkrieg gegeneinander. Der Iran – noch stärker schiitisch geprägt als der Irak – unterstützte die Schiiten im Nachbarland und erlangte so erheblichen Einfluss dort, den er bis heute hat.