Iran ändert laut Insidern Hormuz-Taktik vor US-Wahlen
Der Iran ändert Insidern zufolge seine Taktik in der Straße von Hormuz, um die Ölpreise in der Höhe zu halten und Einfluss auf die US-Zwischenwahlen im November zu nehmen. Das neue Vorgehen in der für die weltweite Ölversorgung wichtigen Meerenge sei auf höchster Ebene der iranischen Führung beschlossen worden, sagten hochrangige iranische Insider der Nachrichtenagentur Reuters.
Eine der Personen sagte, der Iran habe vor etwa zehn Tagen damit begonnen, andere offensive Taktiken gegen Schiffe anzuwenden, die seiner Ansicht nach gegen Beschränkungen verstoßen. Dies habe zu einer Zunahme der Angriffe auf Schiffe geführt. Seit Kriegsbeginn beschränkt der Iran die Durchfahrt durch die Wasserstraße, über die in Friedenszeiten etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssigerdgashandels abgewickelt wird.
Regimetreuer Iran-Experte rechnet mit baldiger Entwirrung von Loyalitäten in geopolitischen Konflikten
Für einen dem Regime nahestehenden Iran-Experten, der sich jüngst in Wien aufhielt, ist der Moment gekommen, wo jede Seite im Konflikt Farbe bekennen müsse. Die aktuellen Konflikte, in der Ukraine, in der Levante, in Nahost, seien alle miteinander verknüpft. In allen Kriegsregionen, von Eurasien bis zum Persischen Golf, befänden sich die involvierten Staaten in einer Übergangssituation. Gegenwärtig könne niemand sagen, wie all diese regionalen Kriege ausgehen werden, so die Einschätzung des Experten.
Wer aus diesen Konflikten als Gewinner und wer als Verlierer hervorgehen werde, lasse sich nach dem derzeitigen Stand der Dinge nicht vorhersagen. Dies gilt nach Ansicht des iranischen Experten gleichermaßen für die Ukraine, für Gaza, für den Nahen Osten, für Afrika und den Westen Asiens. Der iranische Politik-Insider sprach von einer “geopolitischen Transition”. Kein einzelner Akteur könne in diesen Konflikten eine Lösung herbeiführen. In manchen Staaten sei auch nicht klar, wer wirklich das Sagen habe.
Zu den Vereinigten Staaten stellte der regimetreue Iraner fest, diese hätten geglaubt, den Iran schnell besiegen zu können. Washington habe sozusagen die Stärke der militärischen Kräfte Teherans testen wollen. In Washington herrsche eine rücksichtslose Führung. Europa wiederum übe sich in großer Zurückhaltung, zeige zu wenig kollektiven Zusammenhalt. Im Hintergrund der politischen und wirtschaftlichen Beweggründe für die diversen Konflikte stehe auch das Ringen um die Atomkraft.
In diesem Zusammenhang übte der Iraner Kritik an der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA), welche sein Land besonders intensiv inspiziere. Zu den guten Beziehungen des Iran zu China und zu Russland meinte er, dies sei auch der Haltung der USA geschuldet. Man dürfe das jeweilige Verhältnis Teherans zu diesen Staaten aber sozusagen nicht in einen Topf werfen.