Iran: Angriff auf Bahrain “Vergeltung” für US-Aggression
In Bahrain sind am Mittwoch mehrere Explosionen zu hören gewesen. Die ersten Detonationen erschütterten eine Region im Norden des Inselstaates, nachdem die bahrainischen Behörden Luftalarm ausgelöst hatten, wie ein AFP-Reporter berichtete. Kurz darauf ertönten weitere Explosionen und Luftalarm in Bahrain. Teheran reklamierte die Angriffe auf Bahrain für sich und warf den USA eine Verletzung des Rahmenabkommens zur Beendigung des Krieges vor.
Die iranischen Streitkräfte hätten “als Vergeltung für die Aggression des amerikanischen Feindes” und “für die Verletzung des Abkommens” den US-Luftwaffenstützpunkt Sheikh Isa in Bahrain mit Drohnen attackiert, erklärte die iranische Armee in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA verbreiteten Stellungnahme. Zuvor hatten bereits die iranischen Revolutionsgarden bekanntgegeben, “85 wichtige US-Armeeanlagen” in Kuwait und Bahrain angegriffen zu haben.
In Kuwait sind dadurch nach Angaben des Elektrizitätsministeriums mehrere Hochspannungsleitungen durch Geschoss-Splitter beschädigt worden. Das kuwaitische Außenministerium verurteilte die “wiederholten, rechtswidrigen iranischen Angriffe” auf sein Territorium. “Die Fortsetzung dieser dreisten Angriffe, zu einer Zeit, in der regionale und internationale Bemühungen zur Deeskalation im Gange sind, untergräbt systematisch die Bemühungen zur Spannungsreduzierung.”
USA griffen mehr als 80 Ziele im Iran an
Die USA griffen in der Nacht zum Mittwoch nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele im Iran an. Die US-Armee begründete die neue Angriffswelle mit einem vorangegangenen Beschuss von drei Tankern im Bereich der Straße von Hormuz, für den Washington die Führung in Teheran verantwortlich macht.
Seit Anfang April gilt in dem US-israelischen Krieg gegen den Iran eine brüchige Waffenruhe. Mitte Juni einigten sich der Iran und die USA auf ein Rahmenabkommen, das weitere Verhandlungen zu einer dauerhaften Beendigung des Krieges vorsieht. Die immer wieder aufflammenden Gefechte führten bisher nicht zum Abbruch der Verhandlungen.