Israel erwägt Kryptowährungen gegen mögliche Sanktionen

Israel gerät wegen seiner Siedlungspolitik im Westjordanland zunehmend unter Druck. Nun bereitet Israels Regierungschef Netanyahu das Land auf mögliche internationale Bankensanktionen vor. Er habe einen entsprechenden Plan in Auftrag gegeben, sagte Netanyahu am Freitag dem israelischen Sender Channel 10. Israel müsse sich auf ein Wirtschaftssystem vorbereiten, in dem Finanztransaktionen am klassischen Bankensystem vorbeigeleitet würden, etwa mit Blockchain-Technologie.
Vor dem Hintergrund der israelischen Siedlungs- und Besatzungspolitik im Westjordanland und dem Vorgehen Jerusalems im Gazastreifen haben mehrere Staaten Sanktionen gegen israelische Siedler, Organisationen und einzelne Regierungsmitglieder verhängt. Außerdem beschlossen sie Maßnahmen gegen den Handel mit israelischen Siedlungen. Vollständige Beschränkungen gegen das israelische Bankensystem wurden bisher allerdings nicht verhängt.
Israel würde dem Beispiel Nordkoreas und des Irans folgen
Die Blockchain-Technologie ermöglicht eine direkte Abwicklung von Finanzgeschäften mit digitalem Geld, ohne dass Geschäftsbanken als Zwischeninstanz benötigt werden. Staaten wie der Iran, Nordkorea, Venezuela und Russland nutzen digitale Vermögenswerte nach Erkenntnissen von Finanzaufsichten, um die Auswirkungen internationaler Wirtschaftssanktionen abzumildern.
Laut der israelischen Tageszeitung “Haaretz” birgt der Ausschluss vom globalen Finanzsystem für die Wirtschaft des Landes erhebliche Gefahren. Das Blatt verweist darauf, dass die israelische Wirtschaft stark vom globalen Handel und Investitionen abhängig sei. Sie stütze sich auf einen Hightech-Sektor, der über ein stabiles, funktionierendes Bankensystem Geschäfte mit dem Rest der Welt abwickle.