Israel greift Klinik-Lager in Gaza an – Drei Tote

01.08.2026 • 17:24 Uhr
Israel greift Klinik-Lager in Gaza an - Drei Tote

Israels Armee setzt ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fort. Palästinensischen Angaben zufolge gab es dabei im Laufe des Tages drei Tote und mehrere Verletzte. “Ziel der beiden Angriffe waren Terroristen”, teilte ein israelischer Armeesprecher am Nachmittag auf Anfrage mit. Aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hieß es, bei israelischen Drohnenangriffen seien zwei Palästinenser in der Stadt Gaza und ein weiterer Mann in Deir al-Balah getötet worden.

Die israelischen Angriffe folgten auf eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump am Freitag, dass eine Einigung auf eine Entwaffnung der Hamas erzielt worden sei. Voraussetzung für die von Trump angekündigte Entwaffnung der Hamas ist laut Angaben des von ihm gegründeten Friedensrats, dass beide Seiten ihre Kampfhandlungen einstellen. Dass der Plan umgesetzt wird, ist alles andere als gewiss. Ziel von Trumps Friedensplan ist ein dauerhaftes Ende des Gaza-Kriegs, der Wiederaufbau des großflächig zerstörten Gebiets und eine Nachkriegsordnung.

Lager neben einer Klinik getroffen – unterschiedliche Darstellungen

Bei einem israelischen Luftangriff in Deir al-Balah im zentralen Abschnitt des Gazastreifens sei ein Lager einer Klinik getroffen worden, teilte die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde mit. Dort seien Medikamente und medizinische Ausrüstung aufbewahrt und zerstört worden. Von palästinensischen und sozialen Medien verbreitete Aufnahmen sollen den Ort nach dem Angriff zeigen. Zu sehen ist ein großer Krater neben Zelten und Gebäuden sowie Kartons und andere Verpackungen, die darin verstreut liegen.

Israels Armee teilte mit, sie habe Waffenlager der Hamas ins Visier genommen, darunter eines neben dem Krankenhaus. Sie warf der Terrororganisation vor, medizinische Einrichtungen für ihre Zwecke zu missbrauchen. Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Waffenruhe seit Oktober 2025

Israel kontrolliert derzeit schätzungsweise rund zwei Drittel des Gazastreifens, der nach dem zweijährigen Krieg weitgehend in Trümmern liegt. Fast alle der rund zwei Millionen Einwohner leben unter prekären Bedingungen in Zeltlagern oder beschädigten Gebäuden. Seit dem Inkrafttreten der von den USA vermittelten Waffenruhe im Oktober wurden im Gazastreifen nach Angaben von dortigen Behörden mehr als 1.200 Palästinenser bei israelischen Angriffen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Die Hamas macht in der Regel keine Angaben zu ihren Verlusten. Im selben Zeitraum wurden vier israelische Soldaten von militanten Palästinensern im Gazastreifen getötet.

Die Waffenruhe hatte die schweren Kämpfe nach dem Hamas-Überfall auf Israel im Oktober 2023 zwar gestoppt, die fast täglichen israelischen Angriffe jedoch nicht beendet. Israels Armee hat zuletzt immer wieder mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Jihad (PIJ) getötet – zuletzt einen Mann, dem eine ehemalige israelische Geisel sexualisierte Gewalt vorwarf.

Die Hamas und mit ihr verbündete Gruppen hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Bei Massakern an dem Tag töteten die Islamisten 1.221 Menschen, 251 Opfer verschleppten sie als Geiseln in den Gazastreifen. Israel startete daraufhin eine Militäroffensive in dem Palästinensergebiet. In den zwei sich anschließenden Kriegsjahren wurden nach Hamas-Angaben mehr als 70.000 Palästinenser getötet.