Israels Armee sprengt Häuser im Südlibanon

15.07.2026 • 18:37 Uhr
Israels Armee sprengt Häuser im Südlibanon

Die israelische Armee hat im Libanon nach dortigen Angaben erneut mehrere Häuser im Süden gesprengt. In der Nacht hätten israelische Soldaten eine “gewaltige Explosion” in Nähe von Khiam ausgelöst, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Zudem habe Israel mehrere Orte im Süden bombardiert und mit Bulldozern Straßen im Süden zerstört. Über der Hauptstadt Beirut wurden am Mittwoch erneut israelische Drohnen gesichtet. Von Israels Armee gab es zunächst keine Angaben. 

Die Berichte kommen parallel zu laufenden Verhandlungen Israels mit dem Libanon in Rom, die heute fortgesetzt wurden. Bei den Gesprächen unter US-Vermittlung geht es um die Umsetzung eines Rahmenabkommens, mit dem der Krieg Israels mit der Hisbollah beendet werden soll. Die Miliz lehnt die Gespräche ab und nimmt nicht teil.

Fortschritte bei israelisch-libanesischen Gesprächen gemeldet

Bei den Gesprächen zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern hat es unterdessen nach libanesischen Angaben Fortschritte gegeben. Aus Regierungskreisen hieß es am Mittwoch, es habe “sichtbare Fortschritte” bei der Festlegung von Gebieten für zwei sogenannte Pilotzonen gegeben. Das berichteten auch libanesische Medien. Am Freitag sollten weitere Gespräche auf militärischer Ebene zur genauen Umsetzung folgen. Sie könnten den Kreisen zufolge online stattfinden. 

In einem jüngsten Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon wurde vereinbart, dass der Rückzug in sogenannten Pilotzonen getestet werden soll. Das israelische Militär soll dort die Kontrolle an die libanesische Armee abgeben, sobald die Hisbollah dort nicht mehr vertreten ist. 

Das israelische Nachrichtenportal “ynet” meldete unter Berufung auf einen israelischen Regierungsbeamten, dass noch weitere Vorbereitungen und Vereinbarungen erforderlich seien, bevor mit der Umsetzung begonnen werden könne. Dies solle in den kommenden Tagen erreicht werden. Auch der gut vernetzte Journalist Barak Ravid schrieb auf X unter Berufung auf einen US-Beamten, die Gespräche seien positiv und produktiv verlaufen. Die Gespräche in Rom hätten zu einer Einigung über die Struktur und die Leitlinien für den Prozess zur Einrichtung der Pilotzonen geführt.

Beirut und die Hisbollah betrachten die von Israel kontrollierte “Sicherheitszone” als völkerrechtswidrige Besetzung. Das rund 620 Quadratkilometer große Gebiet entspricht etwa sechs Prozent der Landesfläche. Ein vollständiger Abzug könnte nach Einschätzung von Beobachtern Monate oder länger dauern; ein Zeitplan wurde bisher nicht vereinbart.