ISU gewährt EKL-Star Walijewa keinen neutralen Status mehr

Dem russischen Eiskunstlauf-Star Kamila Walijewa ist der Status, international als neutrale Athletin zu starten, aberkannt worden. Nach individuellen Eignungsprüfungen habe der Weltverband ISU festgestellt, dass “die Voraussetzungen für die Teilnahme als neutrale Athletin nicht mehr erfüllt werden”. Zuvor hatte die ISU insgesamt 234 Neutralitätsformulare für die Teilnahme an ISU-Veranstaltungen und internationalen Wettbewerben für die Saison 2026/2027 zu prüfen gehabt.
Eiskunstläufer sind nach Angaben des Verbandes nicht zur Teilnahme als neutrale Athleten berechtigt, wenn sie “a) mit den Streitkräften oder einer nationalen Sicherheitsbehörde Russlands oder von Belarus im aktiven Dienst stehen; b) zu irgendeinem Zeitpunkt seit Februar 2022 aktiv an militärischen Operationen im Krieg gegen die Ukraine teilgenommen haben; c) sie diesen Krieg zu irgendeinem Zeitpunkt seit Februar 2022 aktiv und öffentlich unterstützt haben”.
Walijewa war Status zunächst zuerkannt worden
Walijewa war zunächst für diese Saison der Status einer neutralen Athletin zuerkannt worden. Dann wurde ihr dieser aber wegen Bedenken, dass sie möglicherweise gegen die Kriterien verstoßen habe, wieder entzogen. Die 20-Jährige könnte Berichten zufolge vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung einlegen. Nach der aktuellen Überprüfung sind mit Mark Kondratiuk, Alexandra Stepanowa und Iwan Bukin drei weitere drei Aktive vom Ausschluss betroffen.
Walijewas Karriere bleibt turbulent: Nach dem Team-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen in Peking 2022 war eine positive Dopingprobe der Sportlerin bekanntgeworden. Sie war im Dezember 2021 positiv auf das verbotene Mittel Trimetazidin getestet worden. Walijewa hatte als Erklärung angeführt, dass sie aus demselben Glas wie ihr Großvater getrunken habe. Der CAS sperrte sie daraufhin rückwirkend für vier Jahre.
Da Walijewa zu dem Zeitpunkt erst 15 Jahre alt war, galt sie gemäß Welt-Anti-Doping-Code als “geschützte Person”, deren Identität nicht hätte genannt werden dürfen. Die Geheimhaltung misslang. Walijewas juristisch durchgesetzter Start im olympischen Einzel endete als Skandal – und mit einer Kür unter Tränen, die Favoritin landete nach einer völlig verpatzten Vorstellung nur auf dem vierten Platz. Inzwischen ist die Dopingsperre von Walijewa abgelaufen.