Japan ordnet Massenevakuierung vor Taifun an

26.06.2026 • 16:38 Uhr

In Japan sollen sich mehr als zwei Millionen Menschen vor dem herannahenden Taifun “Mekkhala” in Sicherheit bringen. Begleitet wurde die Evakuierungsorder am Freitag von Warnungen vor Überschwemmungen und Erdrutschen. Dutzende Zugverbindungen wurden annulliert, viele Schnellstraßen gesperrt und 200 Flüge gestrichen. “Mekkhala” trifft nach Angaben der japanischen Wetterbehörde insbesondere den Westen des Landes. In Taiwan kamen mindestens zwei Menschen ums Leben.

Während der Sturm auf Japan zusteuerte, sorgte er in Taiwan bereits für sintflutartige Regenfälle. Büros und Schulen blieben auf Anordnung der Behörden in weiten Teilen des Landes geschlossen. Dies galt auch für die Stadt Hsinchu, in der der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC seinen Sitz hat. Der Konzern teilte jedoch mit, er habe sich auf das Unwetter vorbereitet und der Betrieb in allen Fabriken des Landes laufe normal. Der Regen soll noch die nächsten Tage anhalten, im Laufe der kommenden Woche aber nachlassen.

Bis zu 108 km/h Windgeschwindigkeiten

Der schwere Tropensturm “Mekkhala” zog Meteorologen zufolge mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 108 Kilometern pro Stunde auf Japan zu. Er brachte im Süden und Westen des Landes bereits heftige Regenfälle. Vier Menschen wurden verletzt. Die Behörden warnten vor möglichen Überschwemmungen und Erdrutschen.

“Mekkhala” dürfte am Wochenende an den Inseln Kyushu, Shikoku und Honshu entlangziehen und einen großen Teil Japans treffen, darunter die dicht besiedelten Regionen Osaka, Nagoya und Tokio.

In Taiwan sorgte er auf der ganzen Insel für Überschwemmungen und Erdrutsche. Eine 73-jährige Frau wurde in der südlichen Hafenstadt Kaohsiung von Wassermassen fortgerissen, eine 49-jährige Frau wurde im Bezirk Hsinchu tot in ihrem überfluteten Auto gefunden. Ein 65 Jahre alter Mann wurde in Hsinchu vermisst.

Weiterer Sturm im Anmarsch

“Mekkhala” könnte am Wochenende mit dem Tropensturm “Higos” verschmelzen, der sich am Freitag noch weiter entfernt vom Festland über dem Pazifik befand. Dies könnte dann zu dem als Fujiwhara-Effekt bekannten atmosphärischen Phänomen führen, bei dem zwei Stürme miteinander interagieren. Das erschwert die Vorhersage ihrer Zugbahnen und ihrer Stärke.

Die japanische Katastrophenschutzbehörde rief mehr als eine Million Menschen auf, ihre Häuser zu verlassen, und warnte vor möglichen Erdrutschen und anderen Katastrophen im Zusammenhang mit starken Regenfällen. Derzeit gebe es einen Schwerverletzten und drei Leichtverletzte, sagte Regierungssprecher Minoru Kihara. Dutzende Gebäude seien von Überschwemmungen betroffen, vor allem in der Region Kagoshima.

Die Behörden von Kyoto und Osaka meldeten erhöhte Wasserpegel und warnten vor möglichen Überschwemmungen. Der Autobauer Toyota stoppte in einer Fabrik in Kyushu die Produktion, da wegen der starken Regenfälle die Straßen gesperrt wurden. Auch Nissan schloss eine Unterbrechung der Produktion nicht aus, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete.