Jazzlegende Abdullah Ibrahim mit 91 Jahren gestorben

16.06.2026 • 08:04 Uhr
Jazzlegende Abdullah Ibrahim mit 91 Jahren gestorben

Der weltberühmte Jazzpianist Abdullah Ibrahim ist tot. Der Musiker sei im Alter von 91 gestorben, teilte der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa unter Berufung auf die Familie des Verstorbenen mit. Ibrahim stammte aus Kapstadt und lebte zuletzt in Deutschland. Südafrikanische Medien zitierten die Familie Ibrahims: Nach kurzer Krankheit sei er friedlich im Kreise seiner Liebsten eingeschlafen, hieß es am Dienstag etwa in der südafrikanischen Zeitung “The Herald”. 

Jazzikone gegen Rassismus

Ramaphosa würdigte den Musiker und Komponisten als Jazz-Ikone, Kultur-Aktivisten und Weltbürger. Er habe sich lebenslang gegen Rassismus und Apartheid eingesetzt und sein Publikum mit sorgfältig konzipierten Auftritten begeistert. “Er hat unser Leben mit seiner musikalischen Begabung und seinem Einsatz für eine bessere Welt bereichert. Möge seine Seele in Frieden ruhen.” 2009 war Ibrahim mit dem südafrikanischen Ikhamanga-Orden in Silber geehrt worden. 

Südafrika “immer im Herzen” 

Ibrahims Lebensgefährtin Marina Umari erklärte nach Angaben von Medienberichten, er habe Südafrika und sein Volk immer im Herzen gehabt. Seine Liebe zu seiner Heimat sei unerschütterlich gewesen, egal wo er sich gerade aufgehalten habe. 

Ibrahim wurde 1934 als Adolph Johannes Brand in Kapstadt geboren. Lange Zeit trat er unter seinem Künstlernamen Dollar Brand auf. Nach seiner Bekehrung zum Islam nannte er sich Abdullah Ibrahim. In seine Jazzmusik flossen auch die musikalischen Traditionen seiner südafrikanischen Heimat ein. 

Zu Zeiten der Rassentrennung in Südafrika wurde der Pianist bekannt mit seiner inoffiziellen Anti-Apartheid-Hymne “Mannenberg”. “Die Schönheit der Musik liegt darin, dass sie alle Kulturen überschreitet”, sagte er mal in einem Interview.

Wahlheimat am Chiemsee

Seiner Homepage zufolge lebte der Musiker zuletzt in Bayern in Aschau im Chiemgau. Im benachbarten Ort Söllhuben wollte er Ende Oktober noch zwei Konzerte geben. Ende Juli war zudem noch ein Auftritt in München geplant.