Kampf um Addiko für IVA so gut wie entschieden
Der Präsident des Interessenverbands für Anleger (IVA), Florian Beckermann, sieht das Rennen um die Addiko Bank so gut wie entschieden. Aus Sicht der Nova Ljubljanska banka (NLB) “scheint das Spiel mit Stand heute bereits verloren”, sagte er in einer Stellungnahme am Freitag. Damit verwies er auf die Bekanntgabe der konkurrierenden Raiffeisen Bank International (RBI), wonach ihr bereits 55 Prozent der Anteile angedient wurden. Die Annahmeschwelle der RBI wäre damit erreicht.
Das Angebot der slowenischen NLB ist nun auf einen Widerruf von Aktionären angewiesen, die das RBI-Angebot bereits angenommen haben. Die Frist dafür läuft nach einer Verlängerung durch die Übernahmekommission noch bis 23. Juli, die Annahmefrist bis 29. Juli. Maßgeblich bzw. vorentscheidend ist die Widerrufsfrist.
Die NLB hoffe nun quasi auf diese “Entscheidung in letzter Sekunde”, schätzt Beckermann. Mit der unlängst kommunizierten Senkung ihrer Annahmeschwelle von 75 auf 50 Prozent plus eine Aktie habe das Institut sein Angebot jedenfalls realistischer gemacht. Immerhin: Den Slowenen stärkte am Freitag der Addiko-Aktionär Brandes Investment Partners den Rücken. Via NLB teilte er mit, ihr ob des “attraktiveren Angebots” unter jetzigen Umständen seine Anteile anzudienen. Laut Addiko-Webseite hält Brandes aktuell 5,07 Prozent der Anteilsscheine. Laut einer Pflichtaussendung hat auch der Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden, Johannes Proksch, der NLB seine Aktien (195.000 Papiere) angedient.
NLB-Angebot höher
Die NLB bietet 37,00 Euro je Addiko-Aktie und übertrifft das Angebot der Raiffeisen Bank International (RBI) von 26,50 Euro um 10,50 Euro und damit in Summe um etwas mehr als 200 Mio. Euro. Zuletzt notierte die Aktie an der Wiener Börse bei 27,00 Euro.
Beckermann: “Ein erfolgloses Höchstgebot ist selten. Insofern ist es nachvollziehbar, dass die NLB den Reputationsschaden einer möglichen zweiten Addiko-Niederlage nach 2024 in Grenzen halten möchte und kämpft. Sollten allerdings beide Angebote scheitern, wäre Addiko sicher nicht geholfen.” Im Jahr 2024 war die NLB an der eigenen Schwelle von 75 Prozent gescheitert.