Kein Urteil heute für in Saudi-Arabien inhaftierten Hasan E.

23.06.2026 • 13:46 Uhr
Kein Urteil heute für in Saudi-Arabien inhaftierten Hasan E.

Hasan E., der im Namen der Terrormiliz “Islamischer Staat” in Mekka auf fünf Personen eingestochen hatte, rechnet mit einem baldigen Urteil. Medienberichten zufolge hätte es heute soweit sein sollen. Das Außenministerium teilte jedoch auf APA-Anfrage mit, dass nach seinen Informationen am Dienstag kein Prozess stattfindet. Hasan E. wollte 2024 gemeinsam mit Arda K. und Beran A. zeitgleich in Mekka, Istanbul und Dubai Anschläge verüben, zog es aber als einziger durch.

Beran A. plante später einen Anschlag auf ein Konzert von Taylor Swift in Wien. Die beiden jungen Männer wurden Ende Mai am Landesgericht Wiener Neustadt nicht rechtskräftig zu 15 bzw. 12 Jahren Haft verurteilt. Immer wieder fiel im Prozess die Sprache auf Hasan E. Er wurde von den beiden Angeklagten als treibende Kraft dargestellt, hätte Druck auf die beiden aufgebaut, Anschläge zu verüben.

Schließlich reisten Beran A. nach Dubai und Arda K. nach Istanbul, wo sie in letzter Sekunde allerdings von ihren Anschlagsplänen absahen. Hasan E. allerdings kaufte sich auf einem Obst- und Gemüsemarkt in Mekka ein Messer. Laut Berichten rammte der Österreicher am 11. März 2024 die Klinge vor der Al-Harām-Moschee einem Wachmann in den Hals. Ehe er festgenommen werden konnte, stach er auf weitere vier Personen ein. Alle fünf Opfer überlebten.

Sitzt in Haft

Seitdem sitzt er in Saudi-Arabien in Haft. Über die Haftbedingungen ist wenig bekannt. Die österreichische Botschaft in Riad stehe seit Bekanntwerden der Verhaftung mit ihm und seinen Familienangehörigen in Kontakt und leiste konsularische Unterstützung im Rahmen von Haftbesuchen, hieß es aus dem Außenministerium gegenüber der APA. Das BMEIA bemüht sich nach eigenen Angaben außerdem um regelmäßige Prozessbeobachtung.

Hasan E. würde wohl lieber zurück nach Österreich. Auf ein Haftbesuchsformular vom 4. Mai 2026 Bezug nehmend berichteten der “Standard” und “Puls24” vor knapp zwei Wochen, Hasan E. sitze mit gebrochener Hand und Zahnschmerzen mit 13 anderen Personen in einer Zelle ohne Betten oder Tageslicht. Fünf Minuten pro Woche dürfe er in den Außenbereich des Gefängnisses, berichtete er den Diplomaten. Zur Urteilsverkündung, habe ihm der Richter mitgeteilt, hätte es am 23. Juni 2026 kommen sollen. Angeblich sei Hasan E. bereits zu mehreren Schadensersatzzahlungen in der Höhe von insgesamt 30.000 saudische Riyal (rund 7.000 Euro) verurteilt worden.

Hasan E. droht Todesstrafe

Offiziell war bis zuletzt nicht bekannt, welches Strafmaß die Anklage fordert. In Saudi-Arabien wird auch die Todesstrafe angewandt. Im vergangenen Jahr richteten die saudischen Behörden nach Angaben von Amnesty International 356 Menschen hin, die Mehrheit davon wegen Drogendelikten. Das war ein Höchstwert. Auch heuer wurden bereits mehr als zwei Dutzend Menschen hingerichtet. Darunter auch ausländische Staatsangehörige, vor allem Menschen aus Somalia, Äthiopien, Ägypten und Afghanistan.