Kim de l’Horizon erhält Mülheimer Dramatikpreis

07.06.2026 • 00:54 Uhr
Kim de l'Horizon erhält Mülheimer Dramatikpreis

Für Kim de l’Horizon waren die 51. Mülheimer Theatertage ein voller Erfolg. Für das Stück “Die kleinen Meerjungraun” wurde die in der Schweiz geborene, nichtbinäre Person mit dem Mülheimer Dramatikpreis ausgezeichnet. Dieser ist mit 15.000 Euro dotiert. Kim de l’Horizon (34) sicherte sich zudem den Publikumspreis.

Bei den Theatertagen wurde die Uraufführung des Stücks “Die kleinen Meerjungraun” der Bühnen Bern in der Regie von Alia Luque gezeigt. Es erzählt laut einer Aussendung in Anlehnung an das Märchen Andersens eine Geschichte über Sehnsucht, Liebe und den gesellschaftlichen Zwang zur Anpassung. Die fünfköpfige Jury würdigte das “sprudelnde, dichte und humorvolle Sprachspiel”. Der sehr theatrale Text plädiere für die Überwindung von Differenzen und öffne so einen utopischen Raum. Kim de l’Horizon ging aber nur knapp siegreich hervor. So gingen immerhin zwei der fünf Jurystimmen an “Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer” von Anna Behringer.

Schrieb sich mit “Blutbuch” ins Rampenlicht

Kim de l’Horizon sorgte mit dem Debütroman “Blutbuch” für großes Aufsehen. Das Werk wurde mittlerweile in 17 Sprachen übersetzt und gewann 2022 u.a. den Deutschen und den Schweizer Buchpreis. In Mühlheim war Kim de l’Horizon erstmals vertreten.

Der Gordana-Kosanović-SchauspielerInnenpreis ging im Rahmen der Mülheimer Theatertage an Shirin Ali für ihre Leistung in Arad Dabiris Stück “Druck!” in der Uraufführung des Nationaltheaters Mannheim. Den mit 15.000 Euro dotierten KinderStückePreis sicherte sich Simone Saftig für “herzkopfüber”, das als Uraufführung des Stadttheater Gießen in der Regie von Tamira Kalmbach gezeigt wurde. Die Jury hob die außergewöhnliche Sprachkunst des Textes hervor, die keinen Selbstzweck verfolge. Die Sprache sei “außer Rand und Band”, nicht eingehegt, sondern überbordend. Die nächsten Mülheimer Theatertage finden vom 8. bis 29. Mai 2027 statt.