Kleinzell im Mühlkreis bekommt einen Kunstwanderweg

06.10.2026 • 08:15 Uhr
Kleinzell im Mühlkreis bekommt einen Kunstwanderweg

Am Samstag (10.10., 10 Uhr) wird in Kleinzell im Mühlkreis ein Kunstwanderweg eröffnet. Kurator Peter Androsch, der an dem Projekt zwei Jahre lang gearbeitet hat, bezieht sich dabei auf die von dem Schweizer Soziologen Lucius Burckhardt begründete Promenadologie als eine Methode, die Umwelt bewusster wahrzunehmen. Der am Ortsplatz startende Kunstwanderweg ist ein Rundweg, der auf 7,6 Kilometern Länge bei rund 200 Höhenmetern an 20 Stationen mit 21 Interventionen aufwartet.

“Die Spaziergangswissenschaft betrachtet eine Wanderung als eine Perlenschnur. Bemerkenswerte Orte sind aufgefädelt, wobei die Schnur genauso wichtig ist wie die Perlen”, skizziert der Komponist und Klangforscher Androsch die Idee dahinter. “Langsames, bewusstes Gehen, Verweilen und Beobachten ermöglichen ein neues Erleben. Dabei entdecken wir nicht nur die Umgebung neu, sondern auch uns selbst.” Gemeinsam mit rund 30 Gleichgesinnten – Profis wie Amateuren – sowie den Kindern von Krabbelstube, Kindergarten und Volksschule Kleinzell sind vielfältige Interventionen entstanden – Schriftkunst, Malerei und Bildhauerei sind dabei ebenso vertreten wie Textilkunst, Klang- oder Radiokunst. Androsch: “Wir hören, begreifen, schauen, riechen oder lesen neu: Ein Sinnesweg tut sich auf.”

Felsen und Vorhänge, UFO und Geisterschiff

Es beginnt am Kleinzeller Ortsplatz, wo 13 Keramikkünstlerinnen und -künstler eine Miniatur-Vorstadt rund um den zentralen Baum gruppiert haben. In der Folge stößt man beim Wandern etwa auf ein Geisterschiff, eine überdimensionale Staffelei, ein UFO oder fliegende Fische. Johanna Heller hat Orgelpfeifen in Bäume gehängt und eine schmale Brücke beschriftet, Didi Bruckmayr einen Felsblock und rostiges, altes Metall bearbeitet. Man durchschreitet Vorhänge, die Ein-, Aus- und Durchgänge markieren, und begegnet Schriftkunst und Poesie. Kinder haben Schmetterlinge und Blüten beigesteuert.

Androsch selbst hat in einen verlassenen Trafoturm ein mit gelbem Lehm getränktes Seil gehängt und zwei Bäumen Leben eingehaucht. Den Abschluss macht eine Station, in der zu hören ist, was sich die slowenische Philosophin Jerneja Zavec für das Radio ausgedacht hat. “Es klingt immer ein bisschen fremd und doch vertraut”, verheißt die Ankündigung. “Kontemplative Sanftheit paart sich mit schrägen Perspektivwechseln.”

Musikalisch geprägte Eröffnung

Klaus Falkinger, ÖVP-Bürgermeister der 1.700 Einwohner-Gemeinde, freut sich auf eine neue Attraktion: “Manche Wege führen zu einem Ziel. Andere eröffnen neue Perspektiven. Unser Kunstwanderweg verbindet Natur, Kunst und Menschen. Er lädt ein, innezuhalten, zu staunen und den eigenen Blick für das Besondere zu öffnen.” Die Eröffnung wird auch ein besonderer musikalischer Akt: Drei Bläser übernehmen die Spitze des Kunst-Pilgerzuges und werden jede Station mit einem eigenen Bläsermotiv inthronisieren.

(S E R V I C E – )