Konsumentenschützer erstritten 2025 in 234 Verfahren 39 Mio.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im vergangenen Jahr 234 Gerichtsverfahren, Prozesse und Klagen geführt und dabei für Verbraucherinnen und Verbraucher 39 Mio. Euro zurückgeholt. Einen zentralen Schwerpunkt bildeten Verfahren wegen Phishing-Betrugsfällen, wie der VKI am Freitag in seinem Tätigkeitsbericht bekanntgab. Im Fokus seien auch internationale Online-Plattformen wie Amazon gestanden.
Bei der Ombudsstelle für Zahlungsprobleme im Sozialministerium hatten sich zwischen 2023 und 2025 über 700 Betroffene wegen Phishing gemeldet. “In rund 10 Prozent der Interventionsfälle lehnten die Banken eine außergerichtliche Erstattung zunächst unter Berufung auf ein vermeintliches Verschulden der Betrugsopfer ab, erfüllten die Ansprüche der Betroffenen aber nach Einbringung einer Klage durch den VKI weitgehend”, heißt es vom VKI.
Insbesondere beim Thema Phishing würde man sehen, wie viele Menschen betroffen sind und dass diese ohne die Klagetätigkeit des VKI oftmals nicht entschädigt würden, so die Staatssekretärin für Konsumentenschutz (SPÖ), Ulrike Königsberger-Ludwig.
Weitere Klageschwerpunkte waren Online-Plattformen, Reise und Streaming
Weitere Schwerpunkte der Klagetätigkeit des VKI betrafen unzulässige Preisänderungsklauseln bei Streaming-Anbietern, die Durchsetzung von Verbraucherrechten gegen Fluglinien, Reiseveranstalter und Versicherungsunternehmen, Mogelpackungen, Shrinkflation-Praktiken sowie irreführende Preiswerbungen.
In vom VKI eingeleiteten Exekutionsverfahren verhängten Gerichte im Jahr 2025 Geldstrafen in Höhe von insgesamt 280.000 Euro gegen Unternehmen. Mehr als 6 Millionen Euro seien von Banken wegen nicht offengelegter Bestandsprovisionen bei Fondsprodukten refundiert worden. Die Versicherungsbranche habe wegen unzulässiger Kostenklauseln bei Lebensversicherungen rund 10.000 Betroffenen einen Betrag im zweistelligen Millionenbereich zurückbezahlt. Mehr als 1.000 Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer erhielten Kreditbearbeitungsgebühren von der Wiener WSK Bank zurück.