Kreml liefert seit 2022 für 286 Mrd. Euro Öl und Gas in EU

Trotz der gegen Russland verhängten Sanktionen hat das Land nach eigenen Angaben seit 2022 Erdöl und Erdgas im Wert von mehr als 320 Milliarden US-Dollar an EU-Länder verkauft. “Diese Zahl beläuft sich für den Zeitraum von 2022 bis heute auf 320,7 Milliarden US-Dollar (rund 286 Mrd Euro)”, sagte der für Energie zuständige russische Vizeregierungschef Alexander Nowak am Montag im Fernsehen. Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres sollen 21,3 Mrd. Dollar geflossen sein.
“Mit anderen Worten: Trotz der sanktionsbedingten Einschränkungen liefern wir weiterhin Energieressourcen in bestimmten Bereichen, für die Ausnahmen gewährt wurden”, erklärte Nowak im russischen TV weiter.
Zahlreiche Sanktionen seit Attacke auf die Ukraine
Die EU hat seit Beginn der groß angelegten russischen Offensive in der Ukraine zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt, doch viele Länder, darunter Frankreich, decken ihren Bedarf weiterhin mit russischer Energie, insbesondere mit Flüssigerdgas (LNG). Mehrere Staaten, darunter die Slowakei und Ungarn, profitieren zudem von einer Ausnahmeregelung, die ihnen den Kauf von über Pipelines transportiertem russischem Öl erlaubt.
In der Berechnung sind russisches Öl und Gas nicht berücksichtigt, das auf indirektem Weg nach Europa gelangt, nachdem es in Drittländern wie Indien und der Türkei verarbeitet wurde. Diese Länder, ebenso wie China, haben seit 2022 ihre Käufe von russischem Rohöl massiv ausgeweitet.
US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Sonntag die “Heuchelei” der Europäer kritisiert, die “weiterhin Wladimir Putin finanzieren”, während sie “vorgeben, dass wir keine Atempause beim Dieselpreis erhalten können”. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine Vereinbarung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Kauf von Diesel verkündet.