Kultfilm: Salzburg hat nun Museum rund um “Sound of Music”

17.09.2026 • 14:10 Uhr
Kultfilm: Salzburg hat nun Museum rund um "Sound of Music"

Das Kleid, das Kym Karath vor mehr als 60 Jahren als “Gretl” getragen hat, die Signalpfeife, die Georg Ritter von Trapp gehörte, und jene, die Christopher Plummer als Georg von Trapp im Film verwendete, ein Winterdirndl aus dem Kleiderkasten von Maria Augusta von Trapp, unzählige Filmplakate, privates Filmmaterial von den Dreharbeiten, Schallplatten und Dokumente: Nach Jahren der Planungen hat Salzburg endlich ein Museum, das dem Mythos des Themas “Sound of Music” nachspürt.

Ab Sonntag ist “Sound of Music Salzburg”, das auf dem Areal von Schloss Hellbrunn im ehemaligen Jäger- und Tierwärterhaus sowie der Remise untergebracht wurde, für Besucher geöffnet. Von der Idee bis zur Realisierung sei ein langer Weg gewesen, sagte Martin Hochleitner, Direktor des SalzburgMuseums, am Donnerstag beim Presserundgang durch das neue Museum. Seit den 1980er-Jahren wird über ein Museum für “Sound of Music” nachgedacht. Besonders langwierig waren neben der Standortsuche die Verhandlungen über die Film-, Musik- und Schauspielerrechte.

Fülle an Erinnerungsstücken

Das von Chefkurator Peter Husty entwickelte Konzept verwebt zwei Geschichten: jene der realen Familie Trapp, die 1938 Salzburg wegen des Nationalsozialismus verließ und sich in Amerika ein neues Leben aufbaute, und jene des Hollywood-Films mit Julie Andrews und Christopher Plummer in den Hauptrollen, der 1965 Premiere hatte, fünf Oscars erhielt und alljährlich tausende Touristen an die Originalschauplätze in Stadt und Land Salzburg führt. “Wir sind kein Kino, in dem man Ausschnitte aus dem Film sieht”, stellte Husty klar. Ihm sei es um eine seriös recherchierte und wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung des Themas gegangen. “Am Anfang hatten wir wenig, was wir zeigen konnten”, beschrieb auch Ko-Kurator Matthias Bergsmann die Arbeit an dem Museum. Im Lauf der Zeit seien dann aber so viele Erinnerungsstücke, Objekte und Film- und Musikmaterial rund um “Sound of Music” zusammengekommen, dass man sich bei der Auswahl stark beschränken musste.

Pavillon mit Filmszenen

Ein Herzstück der Ausstellung ist der nachgebaute Pavillon, der im Film Drehort für zwei der bekanntesten Szenen ist. Im Museum kann man sich durch 360°-Projektion, Surround-Sound und Effekte mitten in die Szenen versetzen und bei “Do-Re-Mi” oder “Sixteen Going on Seventeen” mitsingen. Über QR-Code und Smartphone stelle man einen Museumsguide in 25 Sprachen zur Verfügung, sagte Husty zum Service für die Besucher. Die Technik erlaube es, auf Besucherfragen zu reagieren und die Texte immer wieder nachzuschärfen und zu ergänzen.

“Alle, die in dem Film mitgemacht haben, haben eine besondere Beziehung zu Salzburg”, freute sich auch Schauspieler Nicholas Hammond, der in der Hollywood-Produktion den Friedrich dargestellt hatte, über das neue Angebot. Hammond hat privates Filmmaterial zur Verfügung gestellt, das seine Mutter damals in Salzburg von den Dreharbeiten in Salzburg gemacht hatte und die Besucher hinter die Kulissen der Produktion blicken lässt.

Stadt und Land Salzburg haben in den Umbau der historischen Gebäude und die Umgestaltung zu barrierefreien Museumsräumlichkeiten 4,6 Mio. Euro investiert. Die Ausstellungskosten inklusive der Rechteabklärung betrugen 1,8 Mio. Euro. Geöffnet ist Sound of Music Salzburg jeweils in der Sommersaison, im Gleichklang mit den Wasserspielen in Hellbrunn und dem nahe gelegenen Volkskundemuseum im Monatsschlössl.

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