Kurdenführer verkündet Auflösung der SDF

26.08.2026 • 00:20 Uhr

Der syrische Kurdenführer Mazloum Abdi hat nach über einem Jahrzehnt die Auflösung der kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) verkündet. Er gebe “das Ende des Einsatzes” der SDF bekannt und erkläre “in voller Verantwortung deren Auflösung als unabhängige Streitmacht”, sagte Abdi am Dienstagabend im Präsidentenpalast in Damaskus. Die USA begrüßten Eingliederung in die syrische Armee. Es gebe nun “eine Armee, eine Regierung, einen Staat”, hieß es.

“So sieht echte Integration aus”, erklärte der US-Sondergesandte für Syrien und den Irak, Tom Barrack, am Dienstag. Barrack würdigte die Einigung als diplomatische Lösung zwischen früheren Gegenspielern mit unterschiedlichen Standpunkten. Dadurch werde die Souveränität Syriens gestärkt.

Die USA hatten die SDF 2015 mit aufgebaut und über Jahre als wichtigen Partner im Kampf gegen die Jhadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) unterstützt. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Bashar al-Assad Ende 2024 wandten sich die USA verstärkt der neuen Führung in Damaskus zu.

Auflösung folgt auf im Jänner geschlossenes Abkommen

Die Auflösung folgt auf ein Abkommen, das im Jänner mit der Regierung des Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa geschlossen wurde. Nach dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 hatten die Kurden im Norden des Landes eine Selbstverwaltung mit eigenen Institutionen und Streitkräften aufgebaut.

Die kurdische SDF-Kämpfer hatten einen erheblichen Anteil am militärischen Sieg einer internationalen Koalition über die Jihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) im Jahr 2019. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht verfügten die SDF über rund 100.000 kurdische und arabische Kämpfer und kontrollierten große Teile des ölreichen Nordens und Nordostens Syriens.

Das im Jänner zwischen den syrischen Kurden und al-Sharaas Regierung geschlossene Abkommen sieht die vollständige Integration der kurdischen Verwaltung in den syrischen Staatsapparat und die Stationierung syrischer Sicherheitskräfte in von Kurden bewohnten Regionen vor. Al-Sharaa hatte im Jänner zudem ein Dekret unterzeichnet, das den Kurden Minderheitenrechte gewährt. Abdi erklärte, Syrien sei nun in “eine neue Phase unter den Vorzeichen des Friedens und der Teilhabe” eingetreten.