Laut Vodosek 2,8 Mrd. Euro für Luftverteidigung nötig

In den kommenden Wochen verhandelt die Koalition über die Sonderfinanzierung für die Luftverteidigung. Dabei geht es auch abgesehen von der Eurofighter-Nachfolge um viel Geld, das bisher nicht im Budget veranschlagt ist. Allein für die Drohnenabwehr sind laut dem neuen Generalstabschef Harald Vodosek mindestens zusätzliche 800 Millionen Euro notwendig, weitere rund 2 Milliarden Euro für die bodengebundene Luftabwehr, wie Vodosek gegenüber der “Presse” (Mittwoch) erklärte.
Das Luftverteidigungsprojekt des Bundesheers umfasst die Nachfolge der Eurofighter, die bodengebundene Luftabwehr für die kurze und mittlere Reichweite sowie die Drohnenabwehr. Im Landesverteidigungsbudget sind derzeit für die Drohnenabwehr 200 Mio. Euro vorgesehen. Mindestens 800 Mio. Euro zusätzlich wären laut Vodosek nötig, “um in einem Ersteinsatz sechs Schutzobjekte in Österreich sichern zu können. Steigern wir diese Mittel, könnte man statt sechs beispielsweise zwölf Objekte schützen.”
Für die bodengebundenen Abwehrsysteme sind bisher 600 Mio. Euro budgetiert. Damit könnte man laut Vodosek ein bis zwei Feuereinheiten mit je einem Durchmesser von 100 Kilometern anschaffen. “Wir wollen, falls sich die Bedrohungslage verschärft, mehrere Räume in Österreich abdecken können. Insgesamt benötigen wir dafür 2,5 Milliarden Euro”, so der Generalstabschef. Der größte Brocken in den anstehenden Verhandlungen bleiben aber die überschallfähigen Kampfjets, die als Nachfolger der Eurofighter angeschafft werden sollen und deren Kosten auf rund 10 Mrd. Euro geschätzt werden. Hierzu ist eine Grundsatzeinigung im Herbst geplant, die Kosten wären dann erst über einen Zeitraum von sieben bis acht Jahren zu bezahlen.