Libanon schaltet Behörden wegen Schulden Strom ab
Der staatliche Stromversorger im Libanon hat Behörden, öffentliche Einrichtungen und Kommunen wegen ausstehender Rechnungen den Strom abgeschaltet. Zahlreiche Stellen hätten ihre Rechnungen nicht beglichen, teilte der Versorger Electricité du Liban (EDL) mit. Viele von ihnen hätten nach der Stromabschaltung erste Zahlungen geleistet, hieß es weiter. Einige Einrichtungen erhielten demnach die Versorgung wieder.
Sie hätten Teilzahlungen geleistet und Ratenvereinbarungen für ihre Schulden getroffen. Andere Stellen hätten dagegen bisher keine Zahlungen vorgenommen.
EDL nicht in der Lage, Strombedarf zu decken
Die chronische Stromkrise im Libanon ist das Ergebnis jahrzehntelanger Misswirtschaft, fehlender Investitionen, politischer Blockaden und seit Jahrzehnten verankerter Korruption. Das staatliche Stromnetz von EDL kann den Bedarf im Land nicht abdecken. Dieselgeneratoren sind daher seit langem ein zentraler Bestandteil der Stromversorgung.
Ministerien betroffen
Betroffen waren laut Recherchen libanesischer Medien unter anderem das Parlamentsgebäude, der Grand Serail, der Amtssitz des libanesischen Ministerpräsidenten in Beirut und das Finanzministerium.
Das Ministerium für Telekommunikation gab unterdessen bekannt, Stromrechnungen in Höhe von rund 5,2 Millionen US-Dollar (ca. 4,6 Millionen Euro) bezahlt zu haben. Weitere Rechnungen über 1,275 Millionen Dollar seien zur Zahlung aus einem staatlichen Vorschuss eingereicht worden.
EDL warnte, die Stromversorgung erneut zu unterbrechen, sollten Einrichtungen ihre Ratenvereinbarungen nicht einhalten oder laufende Rechnungen nicht begleichen.