Ludwig und IGGÖ gegen “Generalverdacht” für Gläubige

08.09.2026 • 14:54 Uhr
Ludwig und IGGÖ gegen "Generalverdacht" für Gläubige

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und der Vorsitzende der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ), Ümit Vural, haben bei einem Treffen am Dienstag im Rathaus davor gewarnt, bei der Bekämpfung von Extremismus eine gesamte Religionsgemeinschaft unter Generalverdacht zu stellen. “Menschen, die ihren Glauben friedlich leben, dürfen nicht zum Ziel politischer Schnellschüsse werden”, hieß es in einer nach der Unterredung veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

“Musliminnen und Muslime sind seit Generationen Teil Wiens und unserer Gesellschaft”, wurde betont. Verwiesen wurde auch auf den Wiener Religionsrat. In diesem seien alle Religionsgemeinschaften vertreten, die Verantwortung für Frieden und Zusammenhalt in der Stadt übernehmen würden, hob man hervor.

Kein Platz für Extremismus

Klar sei jedoch auch, dass Extremismus keinen Platz haben dürfe. “Demokratie Rechtsstaat, Freiheit und Gleichberechtigung werden wir auch weiterhin gemeinsam und entschlossen verteidigen”, bekräftigten Ludwig und Vural. Letzterer hatte bereits kürzlich Kritik an Forderungen nach einem verfassungsrechtlichen Verbot des “Politischen Islam” geübt. Dies sei ein oft unscharf genutzter Begriff, befand er.

Sollte die Forderung auf Extremismus oder demokratiefeindliche Strömungen abzielen, stehe die Glaubensgemeinschaft “selbstverständlich uneingeschränkt auf der Seite unseres Rechtsstaates”, hatte er versichert. Bereits jetzt gebe es jedoch Instrumente, um dagegen vorzugehen.