Martin Sellner Einreise in Frankreich verweigert

29.10.2026 • 22:42 Uhr

Der rechtsextreme Aktivist Martin Sellner ist nach eigenen Angaben von den französischen Behörden an der Einreise nach Frankreich gehindert worden. “Ich bin am Flughafen in Frankreich festgehalten worden. Morgen werde ich abgeschoben”, erklärte Sellner am Donnerstag auf X. Eigentlich wollte der 37-Jährige am Freitag sein Buch “Remigration” in einer Pariser Buchhandlung vorstellen und eine Signierstunde geben. Linke Gruppen hatten zu Protesten dagegen aufgerufen.

Das Einreiseverbot erfolgt vor dem Hintergrund eines zunehmend aufgeheizten politischen Klimas in Frankreich sechs Monate vor der Präsidentenwahl. Vergangene Woche hatte ein Mann nahe Paris mit einer Maschinenpistole einen Menschen getötet und sieben weitere verletzt. Die meisten Opfer hatten einen Migrationshintergrund. Inzwischen räumte der mutmaßliche Täter rassistische Motive ein.

Als Reaktion untersagten die französischen Behörden am Donnerstag einen rechtsextremen Kongress zum Thema “Remigration”, der am Samstag in einem Pariser Vorort hätte stattfinden sollen. Eine für Sonntag geplante Demonstration in Paris wurde ebenfalls untersagt.

Der Präfekt der Region begründete das Verbot des Kongresses damit, dass es auf “einer fremdenfeindlichen und rassistischen Ideologie” beruhe, derzufolge “Migranten grundsätzlich eine Bedrohung für die Zukunft der europäischen Länder darstellen”. Auch gegen diese Veranstaltung hatten linke Gruppen Proteste angekündigt.

Führungsfigur der Identitären in Österreich

Sellner gilt als Führungsfigur der Identitären in Österreich. Die rechtsextreme Bewegung lehnt Masseneinwanderung und Multikulturalismus ab und setzt sich für Remigration ein. FPÖ-Chef Herbert Kickl bezeichnete die Identitären gegenüber dem Sender PULS 24 Anfang Juni 2021 als “interessantes und unterstützenswertes Projekt”. “Die Identitären sind für mich so etwas wie eine NGO von rechts. So eine echte NGO, die diesen Namen auch verdient, weil sie nämlich kein Geld vom Staat bekommt”, sagte Kickl damals.

Nach dem diesjährigen ORF-“Sommergespräch” Anfang September feierte Sellner “King Kickl” auf Social Media, weil der FPÖ-Chef sich nicht eindeutig vom Begriff “Remigration” und voll und ganz den Identitären distanziert hatte.

(S E R V I C E – X-Post von Martin Sellner: )