MediaMarkt-Verkauf an chinesische JD.com verzögert sich

30.03.2026 • 22:32 Uhr

Der chinesische Tech-Riese JD.com reagiert auf neue Hürden bei der Übernahme der MediaMarkt-Mutter Ceconomy und stellt einen Antrag im Rahmen des Investitionskontrollgesetzes in Österreich neu. “Der Antrag wird innerhalb der nächsten Wochen neu eingereicht”, sagte ein Sprecher am Montag. Das österreichische Wirtschaftsministerium hatte zuvor erklärt, der Prüfantrag sei mit Wirkung zum 10. April zurückgezogen worden. Ceconomy baut nun auch Druck auf.

Vor diesem Hintergrund würden sich die konkreten Absichten der beteiligten Firmen derzeit nicht erschließen. Das Wirtschaftsministerium zeigte sich zudem irritiert über Aussagen des Unternehmens, wonach sich die Behörde einer gemeinsamen Lösungsfindung versperre. Man sei im höchsten Maße kooperativ und stehe in laufenden Gesprächen, hieß es in einer Aussendung weiter. Details nannte das Ministerium unter Verweis auf die strengen gesetzlichen Vorgaben zur Vertraulichkeit des Verfahrens nicht.

Ceconomy-Chef: “Gezwungen, Rückzug zu überlegen”

“Das prozesstechnische Vorgehen und der Rückzug des Antrags sind mit der Behörde abgesprochen”, hieß es von einer Ceconomy-Sprecherin zur APA. Man strebe weiter “konstruktive Gespräche” an. Ceconomy hatte am Freitag erklärt, es sei ungewiss, ob und wann die investitionskontrollrechtliche Freigabe in Österreich erteilt werde. Der neue Antrag soll offenbar etwas Zeit verschaffen.

Gleichzeitig wird aber auch Druck aufgebaut. Ceconomy betreibt in Österreich rund 50 MediaMarkt-Filialen. Kai-Ulrich Deissner, Vorstandsvorsitzender Ceconomy AG, sagte am Montagabend in der ORF-“ZiB1”, der Konzern werde “in eine Situation gezwungen, wo wir darüber nachdenken müssen, uns von unseren österreichischen Märkten zu trennen, um in den anderen zehn Ländern diese Partnerschaft umsetzen zu können”. In den anderen Ländern soll die Mehrheitsübernahme praktisch schon unter Dach und Fach sein. Deissner sagt zu einem Verkauf des Geschäfts in Österreich, dass es “aus heutiger volkswirtschaftlicher Situation sehr schwierig werden dürfte einen Käufer für alle 56 Märkte zu finden, der auch alle rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernimmt”.

MediaMarkt-Manager sieht in Rückzug auch “letzte Option”

“Die letzte Option ist ein Rückzug aus Österreich”, hatte MediaMarkt-Manager Jan Niclas Brandt schon kürzlich der “Kronen Zeitung” gesagt. Auch er verwies auf weitreichende Zusagen an die österreichischen Behörden, die unter anderem Standorte, Arbeitsplätze und den Datenschutz betreffen würden.

Das Wirtschaftsministerium prüft bei Verkäufen ins außereuropäische Ausland, ob die Transaktion die Sicherheit oder die öffentliche Ordnung gefährden könnte. Dies betrifft vor allem den Bereich der kritischen Infrastruktur. Die entsprechende Genehmigung der deutschen Bundesregierung steht noch aus, wird von Ceconomy jedoch bald erwartet. Die Gewerkschaft GPA hofft laut “ZiB1” auf eine baldige Lösung, um die Arbeitsplätze zu erhalten.