Mehrere Tote bei Houthi-Angriffen im Jemen

Bei Angriffen der vom Iran unterstützten Houthi-Miliz im Jemen sind Regierungskreisen zufolge mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Aus Quellen der international anerkannten Regierung hieß es am Donnerstag, mindestens zehn Menschen seien dabei getötet und fünf weitere verletzt worden. Andere Quellen sprachen von insgesamt 45 Menschen, die getötet oder verletzt worden seien. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.
Zwei Mediziner sagten, bei den Angriffen seien neben Zivilisten 38 Soldaten getötet und 29 weitere verletzt worden. Die Houthis selbst teilten mit, sie hätten “Hunderte” mit Saudi-Arabien verbündete Kämpfer getötet oder verletzt. Zudem hätten sie mehrere Truppen- und Waffenlager zerstört und verbrannt. Weitere Hinweise auf einen solch großen Angriff aus anderen Quellen gab es zunächst nicht.
Die Miliz habe mit Raketen und Drohnen Ziele in den jemenitischen Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen, hieß es aus Kreisen der Regierung. Die beiden ölreichen Provinzen sind schon lange umkämpft in dem seit mehr als zehn Jahren andauernden Bürgerkrieg. In sozialen Medien kursierten Videos, die die Angriffe in Wüstengebieten zeigen sollen.
Jemen leidet seit mehr als einem Jahrzehnt unter Bürgerkrieg
Der Jemen leidet seit mehr als einem Jahrzehnt unter einem Bürgerkrieg, der als Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien gilt. Weitläufige Gebiete im Norden des Landes und die Hauptstadt Sanaa werden von der islamistischen Huthi-Miliz kontrolliert, den Süden kontrolliert ein fragmentiertes Regierungsbündnis.
Im vergangenen Monat hatten die Spannungen zwischen den Konfliktseiten zugenommen, als die Huthis den Jemen in den regionalen Iran-Krieg hineinzogen und die 2022 vereinbarte Waffenruhe mit der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung faktisch aufkündigten.
Blockade saudi-arabischer Häfen am Roten Meer
Die pro-iranische Miliz verkündete zuletzt eine Blockade saudi-arabischer Häfen am Roten Meer und meldete Angriffe auf Öltanker und Ölinfrastruktur des Königreichs. Saudi-Arabien griff seinerseits Ziele in von den Huthis kontrollierten Gebieten an.
Im Jemen hatte eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition seit 2015 die Regierung im Kampf gegen die Houthis unterstützt. Seit einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gekommen. Der Konflikt des Nachbarlandes mit den Rebellen war vor einigen Wochen mit Luftangriffen in der Hauptstadt Sanaa, die von den Houthis kontrolliert wird, erneut eskaliert. Im Bürgerkrieg herrschte seit 2022 eine inoffizielle Waffenruhe. Es besteht Sorge, dass der Konflikt im Jemen neu aufflammen könnte. Die Huthi haben jüngst auch mehrere saudische Schiffe angegriffen oder zu Kurswechseln gezwungen.