Mehrere Tote bei neuen russischen Angriffen in der Ukraine

20.08.2026 • 12:25 Uhr

Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine in der Nacht auf Donnerstag hat es mehrere Tote gegeben. Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Der Zivilschutz sprach von 34 Verletzten. Bei einem russischen Drohnenangriff im Norden der Ukraine starben mindestens zwei Menschen. Russland meldete die Einnahme zweier Ortschaften in der Region Donezk.

Russland setzte bei den Luftschlägen zuletzt verstärkt ballistische Raketen ein – in dem Wissen, dass die Ukraine täglich einen Mangel an Flugabwehrraketen beklagt. “Der morgige Tag, der 21. August, wird in Kiew zum Tag der Trauer erklärt. Zum Gedenken an die Opfer des massiven Angriffs des Feindes auf die Hauptstadt”, teilte der Bürgermeister bei Telegram mit. An diesem Tag sollen die Flaggen an allen kommunalen Gebäuden der Stadt auf halbmast gesetzt werden. Außerdem empfahl Klitschko, in der Hauptstadt mit den Flaggen an staatlichen und privaten Gebäuden ebenso zu verfahren.

Weitere Angriffe in anderen Regionen

Teile Kiews waren ohne Strom. Bei einem weiteren Angriff im Bezirk Browary in der Region rings um die ukrainische Hauptstadt seien ein Mann getötet und ein weiterer verletzt worden, erklärte der zuständige Gouverneur. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Zum Drohnenangriff teilte die Nationalpolizei mit, Russland habe eines ihrer Gebäude in Schytomyr attackiert. Zwei Polizisten seien ums Leben gekommen und mindestens 20 Menschen verletzt worden. Russland habe bei dem Angriff Drohnen mit Düsenantrieb eingesetzt. Es sei zu einem Brand auf dem Dach und im vierten Stock gekommen.

Russland meldet Einnahme zweier Ortschaften in Region Donezk

Russische Truppen haben in der ostukrainischen Region Donezk die Ortschaften Mykolajipillja und Matjaschewe eingenommen. Dies meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Berichte aus dem Kampfgebiet nicht unabhängig überprüfen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Angriffe auf Kiew und die Umgebung hätten Anlagen zur Herstellung von Drohnenbauteilen, ein Militärdepot und ein Logistikzentrum getroffen. Unterdessen setzt auch die Ukraine ihre Attacken auf russische Ölanlagen und Logistikstrukturen fort. Die Behörden in der russischen Region Tatarstan, rund 1.000 Kilometer östlich von Moskau, meldeten nach einem ukrainischen Drohnenangriff Störungen in einem Industriekomplex in der Stadt Nischnekamsk.

Selenskyj kritisiert Verbündete nach tödlichen russischen Angriffen auf Kiew

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf den westlichen Verbündeten vor, durch Verzögerungen bei der Lieferung von Flugabwehrraketen Leben zu gefährden. Angesichts der verstärkten russischen Angriffe forderte Selenskyj die Verbündeten erneut auf, die Bestände an Patriot-Abwehrraketen aufzustocken. Dies ist das einzige System im ukrainischen Arsenal, das ballistische Raketen bekämpfen kann. Moskau werde nicht ernsthaft über Frieden verhandeln, solange die Ukraine ihre Städte nicht verteidigen könne, sagte Selenskyj. “Leider ist die Reaktion der Welt auf solche Angriffe nicht immer angemessen”, fügte er hinzu.

Die russischen Angriffe richteten sich auch gegen die Schwarzmeerregion Odessa. Dort haben wiederholte Attacken auf die Hafeninfrastruktur die ukrainischen Agrarexporte in den vergangenen Wochen nahezu zum Erliegen gebracht. Der ukrainische Ministerpräsident Sergij Korezkyj erklärte, dass bei dem fast neunstündigen Beschuss auch Lebensmittellager und Einrichtungen des Roten Kreuzes beschädigt worden seien. In einigen Supermärkten der Hauptstadt war frisches Obst und Gemüse zuletzt zeitweise knapp geworden, nachdem die Logistiklager von Lebensmittelhändlern getroffen worden waren.