Meister LASK versucht im Hit gegen Leader Rapid den Restart

Am Sonntag (17.00 Uhr) erschüttert der Schlager zwischen Meister LASK und Tabellenführer Rapid die Fußball-Bundesliga. Nach drei Pflichtspielen ohne Sieg und nur einem Punkt sind die Linzer heiß auf einen Restart nach der Länderspielpause. Grün-Weiß will ein Statement im Titelkampf, mit einem Sieg läge man schon fünf Punkte vor den Linzern. Ebenfalls am Sonntag (jeweils 14.30) steigt das Kellerderby Altach – WAC und gastiert Aufsteiger Austria Lustenau in Hartberg.
LASK – Rapid: Linzer Restart gegen Rapids breite Brust
Beim LASK kam zuletzt etwas Sand ins Getriebe. Der enorme Schwung mit fünf Liga-“Dreiern” en suite und dem “Wunder von Linz” in der Champions-League-Quali gegen Celtic Glasgow wurde etwas gebremst. Erst das 0:1 bei AEK Athen in der Königsklasse, dann das 1:2 bei Sturm Graz, schließlich ein 3:3 nach 2:0-Pausenführung in Hartberg. Trainer Dietmar Kühbauer war danach wortkarg, hat seine Sprache aber wieder gefunden. Auf sein Team warten gleich zwei Schlager en suite. Erst gegen Rapid, drei Tage später wieder auf der Gugl gegen Liverpool. Fokussierungsprobleme ortete er bei seinen Kickern keine. “Wenn es einer nicht wegschieben kann, ist er im falschen Film. Nach dem Spiel sollen sie über Liverpool reden. Rapid ist genauso wichtig”, stellte der Burgenländer klar.
Immerhin hat er nach überstandenem Jochbeinbruch wieder Stürmer Samuel Adeniran zurück und damit vorne ein “Luxusproblem”, wie er betonte. Der Respekt vor Grün-Weiß ist jedenfalls groß. “Sie sind im Flow, haben den besten Start seit Jahrzehnten. Das macht sie gefährlich, weil sie mit einem riesen Selbstvertrauen kommen”, meinte Kühbauer. Tatsächlich ist die Rapid-Brust denkbar breit. Sechs Siege in den ersten sieben Ligapartien gelangen zuletzt vor 39 Jahren. In 16 Saisonpflichtspielen gab es 13 Siege und mit dem 1:5 gegen Salzburg nur eine Niederlage. “Ich glaube, dass wir selbstbewusst in die Partie reingehen können”, meinte Stürmer Ercan Kara.
Beim LASK war zuletzt allerdings wenig zu holen. In sieben Anläufen seit Eröffnung der neuen Linzer Arena gab es bisher keinen Sieg und am 28. Juli 2023 mit einem 1:1 nur einen Punkt. Zuletzt im Mai ein 1:3 nach 1:0-Führung. “Wir sind jetzt ein Team mit mehr Glauben an die Spieler, die wir haben”, sagte Trainer Johannes Hoff Thorup, der mit Jakob Schöller einen zuletzt verletzten Innenverteidiger zurück hat. Der Däne ist überzeugt, dass sein Kollektiv in der Pause einen weiteren Schritt gemacht hat. “Einer der Gründe (für den Erfolg, Anm.) ist, dass wir mehr Zeit miteinander hatten. Nicht, weil wir große Änderungen beim Personal gemacht haben; viele kleine Trainingseinheiten mit einer klaren Idee von Tag eins an. Und jetzt ernten wir die Früchte.”
Hartberg – Lustenau: Steirer wollen Trend fortsetzen
Nach völlig verhautem Saisonstart mit drei Niederlagen gegen Salzburg, Sturm und die Austria hat Hartberg in die Spur gefunden. Vier Spiele ohne Niederlage (8 Punkte) folgten, nicht zuletzt die jüngste Charakterleistung beim 3:3 gegen den LASK darf Coach Markus Schopp positiv stimmen. Er versammelte sein Team in der Länderspielpause bei einem Kurz-Trainingslager in Bad Kleinkirchheim, um seinen “jungen Haufen” weiter auf seine Spielidee einzuschwören. Personell ereilte die Steirer Ende September allerdings eine Hiobsbotschaft. Defensiv-Leistungsträger Fabian Wilfinger zog sich eine schwere Knieverletzung zu und fällt monatelang aus.
Lustenau, das so wie Hartberg bei acht Punkten hält, holte sich nach drei Spielen ohne Sieg mit einem 2:0-Sieg im Derby über Altach vor der Pause wieder Selbstvertrauen und will dieses nützen. Die Unterbrechung kam Coach Markus Mader in jedem Fall gelegen. “Es hat ehrlich gesagt einmal gutgetan”, meinte der 58-Jährige, der ein “richtig schwieriges” Spiel erwartet. “Sie sind stabil in der Liga und verfügen über viel individuelle Qualität.”
Altach – WAC: Die Angst geht um
Bei Schlusslicht Altach geht schon nach sieben Runden und sechs Niederlagen die Angst vor dem Fall um. Einen derart schlechten Saisonstart legte man zuvor nur in der Abstiegssaison 2008/09 hin, zuletzt krachte es auch zwischen Trainer Ognjen Zaric und Sportdirektor Philipp Netzer. Man hat sich ausgesprochen, die Länderspielpause genützt, um “nachzuschleifen”, wie Zaric betonte. Schließlich sei man spielerisch “eigentlich gut unterwegs”, aber “in beiden Sechzehnern nicht zwingend bzw. konsequent genug” gewesen. Er sei überzeugt, dass die Mannschaft diesbezüglich einen “super Schritt” gemacht habe.
Gegen den WAC erwartete er ein “intensives, enges Duell gegen eine Mannschaft, die auch weniger Punkte hat, als sie haben könnte”. Tatsächlich schaut es bei den Wölfen derzeit kaum besser aus. Zwei Punkte mehr als Altach haben die Kärntner am Konto, bei einer Niederlage wäre man Letzter. “Wir müssen höllisch aufpassen”, warnte Trainer Thomas Silberberger nach dem jüngsten 1:4 bei der SV Ried, bei dem man sich vor allem defensiv desaströs verhielt. Im Fokus wird nicht nur deswegen Kapitän und Defensivmann Simon Piesinger sein. Der 34-Jährige steht vor seinem 250. Bundesligaeinsatz.