Merz und Lula betonen europäisch-brasilianische Kooperation

Bei der Eröffnung der Hannover-Messe haben sich der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva für engere Beziehungen zwischen dem südamerikanischen Land und der EU ausgesprochen. Beide begrüßten, dass am 1. Mai das Mercosur-EU-Freihandelsabkommen in Kraft treten wird.
Dies sei ein Signal, “dass wir an der multilateralen Ordnung festhalten, dass wir eine regelbasierte Wirtschaftsordnung wollen, dass wir diese Zusammenarbeit auch mit möglichst wenig, am besten keinen Zöllen wollen”, sagte Merz am Sonntagabend. Lula pries Brasilien, das in diesem Jahr das Partnerland für die weltgrößte Industriemesse in Hannover ist, als verlässlichen und wichtigen Partner auch bei Rohstoffen.
Obwohl erst 30 Prozent des Mineralpotenzials Brasiliens kartiert seien, verfüge das Land bereits über die weltweit größten Niobvorkommen, die zweitgrößten Vorkommen an Graphit und Seltenen Erden sowie die drittgrößten Nickelvorkommen, sagte Lula. “Diese Rohstoffe müssen als Motor für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung dienen”, fügte Lula hinzu, der deshalb forderte, dass mehr Technologietransfer und Verarbeitungskapazitäten in sein Land kommen müssten. Er wolle mit Merz über die ganze Breite der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sprechen, auch über Künstliche Intelligenz sowie Rechenzentren.
Merz wiederum pries Deutschland als wichtigen Investitionsstandort an. Er treffe sich am Montag auch mit der Initiative “Made for Germany”, der sich weit mehr als 100 Unternehmen angeschlossen hätten. Die Zusagen für Investitionen in Deutschland lägen mittlerweile bei rund 800 Milliarden Euro.
Durch Mercosur-EU-Abkommen entsteht größter Binnenmarkt der Welt
Durch das Mercosur-EU-Abkommen entstehe mit mehr als 700 Millionen Einwohnern der größte Binnenmarkt der Welt, betonte der Kanzler. Neben den 27 EU-Ländern gehören dazu bisher die südamerikanischen Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Lula kritisierte, dass die Welthandelsorganisation nicht mehr handlungsfähig sei. Beide setzten sich für Multilateralismus in der Welt ein.
Der deutsche Kanzler lobte Brasilien zudem als Vorreiter bei der Nutzung von Biokraftstoffen für den Verkehr. Der brasilianische Präsident sagte, dass sein Land deshalb auch nicht so stark vom Iran-Krieg betroffen sei. Merz hatte den brasilianischen Präsidenten bereits am Nachmittag in Hannover empfangen. Am Montag finden dort auch die deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen statt.