Millionen-Schaden nach Brand in Tiroler Hotel

18.06.2026 • 17:08 Uhr
Millionen-Schaden nach Brand in Tiroler Hotel

Nach dem Großbrand des Traditionshotels “Klosterbräu” im Tiroler Tourismusort Seefeld (Bezirk Innsbruck-Land) Mitte April hat die Eigentümerfamilie nun Bilanz gezogen. Die genaue Schadenshöhe werde zwar noch ermittelt, aktuelle Schätzungen gingen jedoch von einem Schaden im zweistelligen Millionenbereich aus, hieß es am Donnerstag. Über 50 Zimmer wurden damals durch den Brand sowie das Löschwasser zerstört. Die Wiedereröffnung war für den 1. Dezember geplant.

Bis zu 14 Stunden kämpften damals bis zu 400 Feuerwehrleute gegen die Flammen, die “mit hoher Wahrscheinlichkeit” aufgrund von Renovierungsarbeiten entstanden waren. Brandstiftung wurde damals wie heute ausgeschlossen. Bei dem Brand wurde laut der Eigentümerfamilie Seyrling niemand verletzt, “die 97-jährige Senior-Chefin konnte aus dem Hotel evakuiert werden.”

Enormer Schaden, dennoch Großteil von Hotel gerettet

Der Schaden war jedoch beträchtlich, die genaue Schadenshöhe soll Mitte 2027 feststehen. Die Flammen zerstörten 35 Zimmer, weitere Räume, Gänge, Teile des Dachs sowie die Photovoltaik-Anlage. Zudem wurden durch das Löschwasser an die 20 Zimmer, Teile der Hotelhalle und des Restaurants, Aufenthaltsbereiche, die Rezeption und der Kinderclub beschädigt.

Dennoch wurde der Großteil des seit dem 16. Jahrhundert bestehenden Gebäudes gerettet: Das Haupthaus mit 50 Zimmern, die alten Gewölbe des ehemaligen Klosters, die Küche, der Wellnessbereich und der historische Weinkeller wurden vor Zerstörung bewahrt. Nun bieten die Renovierungsarbeiten eine Chance: Es werde noch mehr von der historischen Substanz der alten Gewölbe freigelegt, hieß es. Zudem wird die Modernisierung und Erweiterung des Wellnessbereichs weiterverfolgt. Bevor Anfang Dezember das Hotel wieder eröffnet wird, soll ein Pop-up-Restaurant namens “Phoenix” schon im Juli seine Pforten öffnen.

AT-Alert und Evakuierungen

Der Brand mitten im Ortszentrum Seefelds hatte damals zu massiver Rauchentwicklung und zur Auslösung eines AT-Alerts für die Bevölkerung in der Region geführt. Zudem wurden zwei naheliegende Hotels evakuiert und die 150 betroffenen Personen in der Olympiahalle versorgt. Anschließend wurden sie in anderen Hotels untergebracht. Mehrere Personen wurden an Ort und Stelle medizinisch versorgt. Das Hotel war damals wegen der Renovierungsarbeiten geschlossen.

Das “Klosterbräu” in dem bekannten Tourismusort gilt als Traditionsbetrieb. Bereits im 16. Jahrhundert war dort ein Augustinerkloster beheimatet gewesen. 1809 sei dieses geschlossen und zum Familienbetrieb geworden, hieß es auf der Homepage des Beherbergungsbetriebs. Nach wie vor wird das Wellnesshotel von Nachfolgegenerationen der Familie betrieben.