Ministerium: Tote nach Houthi-Angriffen im Jemen

07.08.2026 • 20:29 Uhr

Die Houthi-Miliz hat erneut Ziele in der jemenitischen Provinz Marib mit Raketen und Drohnen angegriffen. Anrainer berichteten der Deutschen Presse-Agentur, sie hätten am Freitagmorgen mehrere Explosionen am Stadtrand von Marib gehört. Über einem Militärlager der international anerkannten jemenitischen Regierung seien Rauchwolken aufgestiegen. Es gab Berichte über mehrere Tote, die Angriffe dauerten demnach am Abend an.

Der Gesundheitsminister der jemenitischen Regierung, Qasem Buhaibeh, teilte auf X mit, die Houthi-Miliz habe Wohngebiete und Lager für Binnenvertriebene in Marib angegriffen. Mindestens zwei Zivilisten seien getötet worden, 14 weitere Menschen verletzt.

Aus Militärkreisen hieß es, dass bei einem Angriff auf Stellungen regierungstreuer Truppen in der Provinz Marib mindestens zwei Militärangehörige getötet und drei weitere verletzt wurden. 

Houthi-Sprecher bestätigt Angriff

Der Houthi-Militärsprecher Yahya Saree erklärte am Abend laut einer Mitteilung, die Miliz habe ein Militärlager der regierungstreuen Truppen mit einer großen Zahl Raketen und Drohnen angegriffen. In der Erklärung bekräftigte Saree, dass die Gruppe jede militärische Aufrüstung, die mit dem “saudischen Feind” in Verbindung stehe, entschieden bekämpfen werde. Zu den Aussagen des Gesundheitsministers der offiziellen Regierung äußerte er sich nicht.

Der regierungsnahe Fernsehsender Saba TV berichtete, die Luftabwehr habe mehrere mit Sprengstoff beladene Drohnen über Marib abgefangen. Zugleich habe die Houthi-Miliz die Stadt mit Raketen und Drohnen beschossen. Ein weiterer regierungsnaher Sender berichtete am Abend unter Berufung auf lokale Quellen und Anrainer, die Houthi-Angriffe in Marib dauerten an.

Umkämpfte Provinzen

Bereits am Donnerstag hatte die Miliz nach eigenen Angaben Militärlager der Regierung in den Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen. Militärsprecher Saree kündigte weitere Angriffe an. Die EU verurteile die Attacken, teilte eine Sprecherin am Freitag in einem Statement mit. Das Zielen auf Zivilistinnen und Zivilisten sei inakzeptabel und müsse aufhören.

Die ölreichen Provinzen sind in dem seit mehr als zehn Jahren andauernden Bürgerkrieg besonders umkämpft. Die offiziell anerkannte Regierung im Jemen wird von Saudi-Arabien unterstützt. Im Bürgerkrieg herrschte seit 2022 eine inoffizielle Waffenruhe. 

Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Houthi war vor einigen Wochen mit Luftangriffen in der von der Miliz kontrollierten Hauptstadt Sanaa erneut eskaliert. Die Houthi hatten jüngst auch mehrere saudi-arabische Schiffe angegriffen oder zu Kurswechseln gezwungen.